Im Gegensatz zu Schiller war Goethe für die künstlerischen Möglichkeiten der Ideenassoziation offener, auch wenn er in ihrer Anwendung nicht so weit ging wie Jean Paul. Im Faust beschreibt er sie als Gedankenfabrik", Wo ein Tritt tausend Fäden regt, / Die Schifflein herüber hinüber schießen, / Die Fäden ungesehen fließen, /Ein Schlag tausend Verbindungen schlägt".
3. Welche neuen Erkenntnisse oder neue Lösungen sollen erreicht werden?
Dem Problem der Beliebigkeit und der Willkür möchte ich vorbeugen, indem ich mich auf die theoretischen Beziehungen zwischen Jean Pauls Schreibweise und der englischen Assoziationspsychologie und dem englischen Roman konzentriere, und mich außerdem auf das theoretische Modell des Nomadendenkens, wie es von Deleuze in Mille Plateux (in englischer Übersetzung Thousand Plateaus) entwickelt wurde, stütze. Die Wort-für-Wort-Analysen sollen gezielt eingesetzt werden, um Jean Pauls eigenen Standpunkt schärfer herauszuarbeiten. Dabei sollen auch etwaige Abweichungen von den hier skizzierten theoretischen Modellen zur Sprache kommen.
Schließlich soll Jean Paul in den Kontext des europäischen Romans von Cervantes, über Rabelais, Swift bis hin zu Joyce, Arno Schmidt und Thomas Pynchon gestellt werden, der empirisch, aber nicht realistisch; phantastisch und subjektiv, aber dennoch nicht willkürlich ist.