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Dies ist unsere erste selbstorganisierte Fernreise. Außer für den Kauf unserer Flugtickets haben wir kein Reisebüro in Anspruch genommen, da sich in Thailand Unterkünfte und Ausflüge auch recht gut vor Ort organisieren lassen, einfache Englischkenntnisse vorausgesetzt. Um flexibler zu sein, haben wir uns stabile Kofferrucksäcke zugelegt, die wir zur Not auch mal längere Zeit selbst tragen können. Thailand ist ja schon seit Jahren ein beliebtes Ziel bei Rucksacktouristen, und entsprechend hat man sich im Land auch stark auf diese Zielgruppe eingestellt.
Mit einer Boeing 747 der australischen Fluggesellschaft Quantas landen wir nach über 10stündigem Flug in der Hauptstadt Bangkok. Beim Aussteigen merken wir auch sogleich, daß wir in den Tropen sind: Über 90% Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um die 35°C treffen uns wie ein Hammer. Nach der Einreise werden wir schon am Flughafen mit Angeboten von Hotelzimmern überhäuft. Wir sind sind so erschöpft und müde vom langen Flug, daß wir gleich eines der ersten Angebote annehmen. Hauptsache erstmal ein klimatisierter Platz, wo wir uns duschen und entspannen können.
Als junge Greenhorns ohne fernöstliche Reiseerfahrung haben wir uns natürlich gleich über den Tisch ziehen lassen, denn unser Zimmer im angeblichen 3-Sterne-Stadthotel ist feucht und muffig und den verhältnismäßig hohen Übernachtungspreis nicht wert. Dummerweise haben wir hier ganze 5 Übernachtungen gebucht.
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Dafür verfügen wir nun über einen Ausgangspunkt, um Bangkok zu erkunden. Gleich am Nachmittag nehmen wir an einer geführten Tour in einem Taxi quer durch die Stadt und die Tempelbezirke teil, die im Übernachtungspreis des Hotels als kleiner Bonus enthalten ist. Unsere nette thailändische Führerin zeigt uns stolz die prachtvollen Tempelanlagen und goldenen Buddha-Statuen, die uns schon sehr beeindrucken.
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Bangkok ist eine gigantische Stadt, die man eigentlich kaum beschreiben kann. Man muß sie erlebt haben! Der Verkehr ist das reinste Chaos, die Stadt wimmelt geradezu von Menschen. Die Vielfalt der Eindrücke, die uns auch in den nächsten Tagen in Bangkok erwartet, erschlägt uns fast. Es gibt supermoderne Einkaufszentren, Luxushotels und viel Reichtum zu bestaunen, aber auch die Märkte der armen Leute und die zahllosen kleinen Eßstände an den Straßen, in denen von asiatischen Leckereien bis hin zu nicht identifizierbaren Nahrungsmitteln alles angeboten wird. Das Preisniveau ist für europäische Verhältnisse geradezu lächerlich gering. Entsprechend packt uns die Kaufsucht, und bald platzen unsere Rucksäcke geradezu vor lauter Souvenirs und neu erworbenen Kleidungsstücken.
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Doch nach einer gewissen Zeit haben wir erstmal genug von dieser stressigen Stadt. Daher buchen wir einen Tagesausflug zu einer ca. 80 km außerhalb der Stadt gelegenen Krokodilfarm. Wieder sind wir die einzigen Teilnehmer und haben Taxi, Fahrer und Reiseleiterin alleine für uns. In Deutschland wäre so etwas kaum bezahlbar.
Trotz der sehr touristischen Darbietungen auf der Farm lohnt sich dieser Ausflug für uns. Wir sehen massenhaft Krokodile aus nächster Nähe, schauen uns eine nachgestellte historischen Schlacht mit Kriegselefanten und toll kostümierten Darstellern an und dürfen anschließend sogar die Elefanten füttern.
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Am nächsten Abend verlassen wir Bangkok mit dem Nachtbus in Richtung Surat Thani, eine Provinzstadt im Süden des Landes. Unser Ziel ist die Insel Ko Samui, wo wir einen einwöchigen Badeaufenthalt eingeplant haben. Der Bus ist komfortabel, und in den gemütlichen Sitzen kann man prima schlafen.
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In Surat Thani angekommen bringt uns ein Expressboot in knapp 2 Stunden zur Insel, die mit ihren zahlreichen Kokospalmen und weiten Sandstränden unsere Erwartungen voll erfüllt. Wir mieten uns für die nächsten beiden Nächte in der Bungalow-Anlage Chaweng Cabanas ein, deren aus Naturmaterialien gebauten Hütten direkt am schönen Chaweng Beach liegen.
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Zu unserem Schrecken müssen wir beim Auspacken feststellen, daß wir wohl während der Busfahrt beklaut worden sind. Unser in den Rucksäcken verstecktes Geld und die Traveller-Schecks sind verschwunden! Jetzt sitzen wir nur noch mit den paar Baht an Bargeld da, die ich in meiner Brieftasche hatte. Wenigstens haben wir unsere Rückflugtickets noch.
Der junge Manager der Bungalow-Anlage hilft uns mit großem Engagement und telefoniert sofort mit American Express in Bangkok. Wir bekommen die Zusage, daß man uns die Reiseschecks innerhalb von 24 Stunden ersetzen wird. Etwas erleichtert, aber immer noch mit einem unwohlen Gefühl im Bauch verbringen wir den Nachmittag am Strand.
Tatsächlich bringt uns am nächsten Tag eine eigens von Bangkok eingeflogene Mitarbeiterin von American Express Ersatz für die gestohlenen Reiseschecks. Echt ein super Service! Jetzt können wir unseren Urlaub wieder in vollen Zügen genießen.
Ko Samui ist auch wirklich ein traumhaftes tropisches Paradies, auch wenn es zunehmend von Touristen überschwemmt wird. Aber im südlichen Teil des Chaweng Beach haben wir noch ziemlich unsere Ruhe.
Schade ist nur, daß wir die Chaweng Cabanas wegen voller Buchungen nach zwei Tagen verlassen müssen. Aber der Manager bringt uns in eine andere Anlage, ganz in der Nähe, names New Star. Unser luxuriöser Bungalow dort liegt sogar noch näher am Meer direkt unter Palmen. Die Hütte kostet zwar 80 DM die Nacht, aber zu zweit ist das ja nicht zu teuer. Außerdem haben wir Urlaub!
Das Essen in den kleinen Open-Air-Restaurants der beiden Bungalow-Anlagen ist übrigens echt klasse. Wir schwelgen heute noch, wenn wir an den guten Tintenfisch in Knoblauch und Pfeffer und die leckeren Thai-Suppen mit Meeresfrüchten denken. Die thailändische Küche gehört ohnehin unserer Meinung nach zu den besten der Welt.
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Einmal machen wir mit einem Songthaews, einem örtlichen Sammeltaxi, einen Ausflug ins Inselinnere. So lernen wir auch ein wenig den Dschungel kennen, der die Insel teilweise noch bedeckt. Besonders schön ist der 20m hohe Wasserfall Na Muang, an dessen Fuß man auch wunderbar baden kann.
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Ansonsten verleben wir die nächsten Tage hauptsächlich am Strand und im Meer. Hier könnte man es wirklich noch länger aushalten. Wie dumm von uns, sich fast eine Woche lang in Bangkok aufzuhalten!
Hin und wieder bekommen wir am Strand Besuch von zwei herrenlosen Hunden, die sich uns anfangs noch scheu nähern, aber bald immer zutraulicher werden.
Was haben wir sonst noch erlebt? An einem Tag rette ich eine deutsche Touristin aus dem Wasser, als sie von einer plötzlich auftretenden Strömung vom Strand weggetrieben wird und in Panik gerät. Das Meer und die Brandung am Chaweng Beach sollte man nicht unterschätzen!
An einem anderen Tag regnet es in vollen Strömen, und ein derart kräftiger Monsun-Sturm tobt über die Insel, daß einige Hütten ihr Dach verlieren. Aber ansonsten scheint die meiste Zeit die Sonne und wir haben traumhaftes Wetter.
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Am letzten Tag vor unserer Rückkehr nach Bangkok nehmen wir an einer ganztägigen Tour zum Meeres-Nationalpark Ang Thong teil, der sich 35km nördlich von Ko Samui befindet. Wir fahren mit einem Boot durch ein bizarres Inselarchipel, wandern auf einer der Inseln zum Kratersee eines Vulkans und legen an herrlichen weißen Sandstränden zum Baden an. Sehr zu empfehlen!
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Schließlich geht unsere Zeit in Thailand dem Ende entgegen. Zwei Wochen sind auch wirklich zu kurz! Zurück in die Hauptstadt fahren wir wieder mit dem Nachtbus, wobei ich diesmal das übrige Geld dicht am Körper trage. In Bangkok übernachten wir noch ein letztes Mal mitten in einem der lebendigsten Teile der City in einem sehr günstigen und sauberen Hotel. Wir haben unsere Lektion gelernt.
Am darauf folgenden Tag müssen wir noch viele Stunden am Flughafen verbringen, bis die Maschine der Quantas am Abend abfliegt und uns nach Deutschland zurück bringt.
- E N D E -
Mario
Anthes
E-Mail: anthes@iafrica.com