Insel Kreta 1990

Zielorte:
Dauer:
Reiseveranstalter:

Zeitraum:
Insel Kreta, Griechenland
2 Wochen
TUI
14.07.90 - 27.07.90

Unsere erste gemeinsame Flugreise führt uns nach Griechenland auf die Insel Kreta. Wir wohnen die zwei Wochen in einem Stadthotel in Heraklion. Obwohl Heraklion nicht gerade zu den reizvollsten Städten gehört, haben wir die Hauptstadt der Insel wegen ihrer zentralen Lage als Ausgangspunkt für Tagesausflüge in alle Teile der Insel gewählt.

Schon am folgenden Tag nach unserer Ankunft buchen wir bei der örtlichen Reiseleiterin im Hotel eine Ganztagestour mit dem Bus in den Westen Kretas zur beeindruckenden Samaria-Schlucht, die wir in ihrer vollen Länge von 18 km durchwandern wollen. Die Hitze in der Schlucht setzt uns zwar ganz schön zu, aber die Landschaft ist absolut spektakulär. Diese Wanderung sollte auf jeden Fall zum Pflichtprogramm eines Kreta-Urlaubs gehören!



Unseren Durst stillen wir unterwegs an dem glasklaren Gebirgsbach, der durch die an der engsten Stelle nur 3m breite Schlucht fließt. Am Ende des Weges genehmigen wir uns frisch gepreßten Orangensaft, den uns Kinder aus dem kleinen Dorf Agia Roumeli anbieten. Nach einem Bad am kieseligen Strand bringt uns eine Fähre nach Chora Sfakion, wo uns der Bus abholt und zurück nach Heraklion fährt.

Wenn man Kreta besucht, sollte allerdings auch die Kultur nicht zu kurz kommen. Immerhin ist auf Kreta die erste bedeutende europäische Zivilisation entstanden. Direkt südlich von Heraklion liegt der größte ausgegrabene und am umfangreichsten rekonstruierte minoische Palast Kretas, der Palast von Knossos.



Mit einem Stadtbus fahren wir zur Ausgrabungsstätte, wo der Sage nach das Labyrinth des Minotaurus gewesen sein soll. Wenn man die riesige, verwinkelte Anlage betrachtet, die etwa aus 1200 Räumen und Gängen bestand, erscheint einem dies durchaus möglich.

Im Archäologischen Museum in Heraklion, das man ebenfalls nicht verpassen sollte, findet man die weltgrößte Sammlung minoischer Kulturgüter. Aus allen Epochen der minoischen Zeit sind hier Ausgrabungsfunde zusammen getragen. Uns haben vor allem die Schmuckstücke und die hervorragend erhaltenen Gemälde fasziniert.



Um verkehrstechnisch flexibler zu sein, mieten wir uns einen nagelneuen Honda-Motorroller, mit dem wir für die nächsten 10 Tage die Insel unsicher machen. Neben einigen entspannenden Badetagen, die wir zwischendurch an einem schönen und verhältnismäßig wenig besuchten Strand östlich von Heraklion einlegen, fahren wir ansonsten kreuz und quer über die gebirgige Insel und erkunden die Umgebung.

Ein besonders schöner Ausflug ist die Fahrt hinauf zur fruchtbaren Lassithi-Hochebene, wo intensiv Landwirtschaft betrieben wird. Die Bewässerung erfolgt mit Hilfe tausender Windmühlen, deren weiße Segel ein sehr malerisches Bild ergeben.



Auf der Hochebene befindet sich hinter dem Dorf Psichro auch der Zugang zur Höhle Dikteon Andron, die der Sage nach die Geburtsstätte des Zeus gewesen sein soll. Über einen steilen Fußpfad gelangt man zum Eingang, wo man auch Kerzen erwerben kann, um in die dunkle Grotte hinab zu steigen (die Mitnahme einer Taschenlampe ist auch nicht verkehrt). Der Abstieg ist ziemlich steil und glitschig. Etwas gestört haben uns die zahlreichen Besucher, aber die Höhle ist nun mal ein bekanntes touristisches Ziel.



Ebenfalls sehr lohnend ist die Fahrt nach Matala, ein Fischerdorf im Süden der Insel. Auf dem Weg passiert man auch die Ruinen des Palastes von Festos, der sich in sehr schöner landschaftlicher Umgebung befindet. Der Strand von Matala wird von großen Sandsteinfelsen eingerahmt, in denen sich zahlreiche kleine Höhlen befinden, die in den 60er Jahren von Hippies, und später von Rucksacktouristen bewohnt wurden. Heutzutage ist das Campen in den Höhlen allerdings verboten.
Tipp: In der Taverne am südlichen Ende des Strandes, vor der die Fischerboote liegen, gibt es sehr guten und frischen Fisch.

Die Strecke zum bekannten Palmenstrand von Vai an der äußersten Ostküste Kretas war uns dann mit unserem Motorroller für einen Tagesausflug doch etwas zu weit. Aber bis Agios Nikolaos hat es uns noch verschlagen. Der Ort mit seinen vielen Hotelanlagen hat uns aber weniger gut gefallen.

Alles in allem ist Kreta eine landschaftlich sehr reizvolle Insel. Wer kulturelles Interesse hat und auch die griechische Küche liebt, ist auf dieser großen Mittelmeerinsel bestens aufgehoben.

Mario Anthes
E-Mail: anthes@iafrica.com

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