Namibia (und Südafrika), November 2002

  Text & Fotos: Hannelore & Karlheinz Kapfer 

Zum Bericht mit Fotos (3.58 MB)

1. Tag: Kapstadt --> Cederberge

Unsere Camping-Safari "Namibian Experience" mit "Which Way Adventures" beginnt in Kapstadt an der Waterfront, genauer gesagt an der Breakwater Lodge. Nach Erledigung der Formalitäten steigen 21 Leute in den Safari-Truck. Die Reise ist ausgebucht und der Truck randvoll.

Unseren ersten Fotostopp machen wir am Bloubergstrand direkt vor dem Restaurant "Colours", wo wir noch 2 Abende zuvor mit unseren Freunden Simone und Mario essen waren. Nach einem Grosseinkauf im Einkaufszentrum von Table View geht es dann ab in Richtung Cederberge.

Während der Fahrt machen wir uns so langsam ein bisschen mit den neben uns sitzenden Mitreisenden bekannt. Die Teilnehmer bestehen aus 2 Iren, 3 Holländern und der Rest sind alles Deutsche. Unsere beiden Tourleiter Vashti und George sind beide Südafrikaner.

Schon bald klettert unser Truck den Pass hoch in die Cederberge. In Citrusdal machen wir auf einem Weingut unser erstes Mittagspicknick, gefolgt von einer Weinprobe.

Weiter geht es nun auf einer unbefestigten, engen Schotterstrasse. Die entgegen kommenden Autos rasen hier aber trotzdem ganz schön. Rumms, und schon kracht ein französisches Touristenpärchen mit einem VW Polo voll in unseren Truck hinein. Bei uns im Bus ist niemandem etwas passiert. Auch die beiden Touristen haben noch Glück gehabt: ihr Auto ist zwar ziemlich zerfetzt, aber noch fahrbereit. Vor allem ist auch den beiden nichts passiert.

Am Nachmittag bauen wir auf einer kleinen Farm unsere Zelte auf. Anschließend wandern wir hinunter zum Olifants River und waten durchs Wasser. Ein paar unserer Miturlauber nehmen Vollbäder in voller Montur und spritzen wild um sich. Zum Sonnenuntergang klettern wir mit Dan (Sohn des Farmers) auf einen Aussichtsfelsen und genießen die Landschaft.

Karlheinz gewinnt am Abend gegen George ein Tischtennismatch. Das schmettert George nieder. Schließlich hat er noch nie hier verloren. Als wir im Zelt in unsere Schlafsäcke kriechen, ist noch lange keine Ruhe. Laut dröhnt die Musik aus dem Haus. Dan und einige unserer Gruppe machen Party bis nachts um 3 Uhr. Hatte Mario etwa doch richtig gehört, dass die Whichway-Touren Disco-Touren seien?

 

2. Tag: Namaqualand --> Gariep River (Oranje)

Heute ist ein langer Fahrtag angesagt. Wir verlassen die Cederberge und fahren durch das trockene Namaqualand. Der Himmel ist eher bewölkt und die einsame Landschaft schläfert einen irgendwann ein. Kurz vor Springbok machen wir Mittagsrast. In Springbok haben wir Zeit zum Einkaufen und Bummeln. Es ist Freitag und somit Zahltag. Die Stadt ist voller Menschen. Viele tanzen zu lauter Musik auf den Strassen. Vor den Supermärkten warten Menschentrauben voll bepackt mit Einkaufstüten auf die nächste Transportmöglichkeit. Auch die Alkoholshops erfreuen sich zahlreicher Kunden.

Am späten Nachmittag treffen wir im Camp direkt am Oranje-Fluss ein. Der Zeltplatz ist wunderschön direkt am Fluss gelegen. Hier herrscht Ruhe. Man hört nur den Fluss leise dahin fließen, Vogelgezwitscher und andere Naturgeräusche. Wir schlafen wunderbar durch.

 

3. Tag: Ganztägige Raftingexkursion auf dem Oranje

Nach dem Frühstück bekommt jeder seine Schwimmweste verpasst. Wir verladen die Schlauchboote und fahren ca. 40 km in östlicher Richtung am Oranje entlang. Der Rückweg zum Camp erfolgt ganztägig per Boot auf dem Fluss. Mit etwas gemischten Gefühlen begebe ich (Hanne) mich ins Boot auf den Fluss. Raftingtouren gehören normalerweise nicht zu meinen liebsten Freizeitbeschäftigungen.

Direkt bei einigen kleinen Stromschnellen mit ordentlicher Strömung geht es in den Fluss. Karlheinz meistert das mit Bravour, und langsam werde ich etwas lockerer. Ich mag das ruhige Fahrwasser lieber. Da kann man die eindrucksvolle Landschaft hier in vollen Zügen genießen. Nach den nächsten Stromschnellen gehen wir an der namibischen Uferseite an Land. Wer will, kann ein Stück zurückwandern und sich durch die Stromschnellen ohne Boot (nur mit Schwimmweste um den Hintern) treiben lassen.

Unterwegs sind (zu meinem Leidwesen) mehrere Spritzschlachten angesagt. Wir sind alle total nass, aber die Sonne trocknet uns schnell. Das Mittagspicknick wird auf einer Insel im Fluss serviert.

Bei einem weiteren Stopp will unser Guide Spaß mit unseren beiden Geburtstagskindern (Karlheinz und Stefan) machen. Stefan wird vollständig mit Schlamm eingerieben bis in die Haarspitzen. Karlheinz soll ins Wasser getaucht werden, was er dann aber doch zu verhindern weiß (Gott sei Dank, bei den vielen Steinen im Wasser verletzt man sich schnell).

Irgendwann am Nachmittag, nach vielen weiteren Schikanen und Spritzschlachten etc., erreichen wir dann unser Camp. Um nicht den falschen Eindruck zu erwecken: die Tour hat mir schon Spaß gemacht (Karlheinz sowieso). Nun spüren wir aber ganz schön unsere Arme. Jetzt ist Relaxen angesagt.

Abends singen wir den Geburtstagskindern mit Kerzen ein Ständchen. Vashti hat sogar einen Schokoladenkuchen im offenen Feuer gebacken. Den vertilgen wir nach gegrillten Lammkoteletts und Burenwürsten. Noch lange sitzen wir am Lagerfeuer und genießen die Nacht mit dem grandiosen Sternenhimmel.

 

4. Tag: Gariep River --> Fish River Canyon

Der Grenzübertritt nach Namibia braucht seine Zeit, bis jeder seinen Stempel im Pass hat und der Truck von einem Spürhund durchsucht ist. Bei unserem ersten Stopp in Namibia bei einem einsamen Köcherbaum umschwirren uns die Mücken.

Die heutige Fahrt ist nicht weit. Schon bald bauen wir auf dem Campingplatz Hobas unsere Zelte auf.

Nach dem Mittagessen erwandern Karlheinz und ich alleine die ewig weiten Staubpisten und genießen die hügelige Weite.

Am Nachmittag starten wir dann mit der Gruppe unsere Wanderung am Fish River Canyon von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt. Obwohl wir auch schon den Grand Canyon in den USA kennen, sind wir dennoch beeindruckt. Das Hinunterwandern in den Canyon ist mittlerweile gänzlich verboten, da einfach zu viel schon passiert ist. Viele Touristen unterschätzen die extrem hohen Temperaturen unten im Canyon.

Am Zielaussichtspunkt haben Vashti und George ein kleines Buffet mit Sundowner-Getränken aufgebaut. Mit einem Windhoek Lager genießen wir den Sonnenuntergang am Canyonrand. Kaum ist die Sonne weg, bläst uns der Wind aber eiskalt um die Ohren.

Zurück im Camp haben wir uns alle in lange Hosen, Fleecepullis und Allwetterjacken gehüllt. Dennoch sitzen wir so eng wie nie um unser Lagerfeuer. Der Wind ist so kalt, dass es uns ziemlich bald nach dem späten Abendessen in unsere Zelte und Schlafsäcke treibt.

 

5. Tag: Fish-River-Canyon --> Köcherbaumwald --> Kalahari

Morgens beim Aufwachen im Zelt hört es sich an, als ob es regnet. Tatsächlich, in einer der trockensten Region dieser Erde haben wir Regen. Und gleich müssen wir die nassen Zelte abbauen (bei +5°C), brrrrr!

Nachdem die nassen, dreckigen Zelte verstaut sind, hat George fürs Frühstück so eine Art Markisenzelt aufgebaut. Beim Abbau kriege ich das ganze Wasser vom Dach über die Füße. Zum Glück habe ich im Bus noch ein paar trockene Socken. Heute ist wohl nicht ganz mein Tag und mein Magen rebelliert heute auch etwas.

Ab unserer Teepause in Seeheim lockern die Wolken langsam wieder etwas auf und bei unserem Ortsbummel in Keetmanshoop scheint dann auch wieder die Sonne.

Später durchstreifen wir den Köcherbaumwald. Dabei sieht Karlheinz eine seltene, graue (ungiftige) Schlange. Ich genieße es, zwischen den Bäumen umherzustreifen und alles zu filmen.

Vashti hat mir noch eine Cola für meinen Magen besorgt. Essen mag ich heute nichts. Im Truck schlafe ich viel auf der endlosen Fahrt nach Marienthal, wo wir noch für unsere Kalahari-Zeit einkaufen.

Die Sonne steht schon tief, als wir im Intu-Africa-Camp eintreffen. Es ist schön, die roten Dünen der Kalahari wieder zu sehen. Und jede Menge Zebras, Oryx-Antilopen usw. laufen um uns herum.

Unser Zeltplatz liegt wunderschön zwischen den roten Dünen am Rande eines ausgetrockneten Flussbettes. Im Moment haben wir zwar weder Wasser noch Strom, aber was ist das schon gegen ein Camp mitten in der Wildnis in dieser tollen Umgebung. George hängt eine Klopapierrolle an einen Busch und legt eine Schaufel bereit und die Buschtoilette ist damit eröffnet.

 

6. Tag: Kalahari --> Buschmann-Exkursion

Um 8.00 Uhr früh erscheint unser Buschmann "Bad Luck" (bei seiner Geburt hatte sein Vater gerade kein Jagdglück). Es ist noch ziemlich kalt. Trotzdem läuft unser Buschmann mit nackten Beinen barfuss mit uns herum. Er erklärt uns (in seiner Klicksprache, ein Schwarzer übersetzt ins Englische) Jagdtechniken und gräbt Wurzelteile von jungen Kameldornbäumen aus (das Zerkauen hilft gegen Husten). Anhand des Kotes der Wildtiere ("Chocolate Drops") raten wir die Tiere und das Geschlecht. Bei einem Skorpionstich sollte man sofort den Bösewicht fangen, das Hinterteil mit dem Stachel abreißen und das Gift auf die Wunde drücken. Dann sei man auch immun gegen weitere Stiche.

Beim abschließenden Bogenschiessen treffen einige unserer Leute (auch Karlheinz) besser das Ziel als Bad Luck.

Nach der Tour laufe ich alleine mit meiner Filmkamera auf einen Dünenkamm und laufe und laufe und bin eins mit der tollen Landschaft hier. Irgendwann wechsle ich nach unten auf einen kleinen Sandweg. Hier kann man sich schon wie der einzige Mensch der Welt fühlen. Nach fast 2 Stunden treffe ich wieder im Camp ein.

Nach dem Mittagessen mache ich mit Karlheinz noch mal einen kleinen Kalahari-Spaziergang. Den weiteren Nachmittag relaxen wir im Camp. Um 16.30 Uhr starten wir dann zum Game Drive im offenen Geländewagen. Das macht vielleicht Spaß, das ist wie Achterbahn, nur länger und viel, viel schöner. Damit wir nicht stecken bleiben, geht es immer mit Schwung den Sandweg einer Düne hinauf. Dabei hüpfen wir wie die Korken auf unseren Sitzen. Auf dem Dünenkamm schaut man dann in das nächste Tal, erblickt Tiere wie Strauße, Oryx-Antilopen, Springböcke, Kudus usw., ganz zu schweigen von der faszinierenden Landschaft hier: roter Sand mit gelben Grasbüscheln und grünen Kameldornbäumen.

Der Sonnenuntergang wird auf einem Dünenkamm mit einem jungen südafrikanischen Weißwein begossen. Diesen wundervollen Tag lassen wir am Lagerfeuer bei einem Braai (Afrikaans für: Grillen) ausklingen.

 

7. Tag: Kalahari --> Namib-Naukluft-Nationalpark --> Sesriem

Nach dem Frühstück verlassen wir die imposante Kalahari-Halbwüste in Richtung Marienthal. Wir fahren nun zu unserem persönlichen Highlight, den Dünen des Namib-Naukluft-NP. Die Landschaft wird immer faszinierender und dadurch unsere Fotostopps immer häufiger.

Am Mittag erreichen wir das herrlich gelegene Sesriem Camp, direkt am Eingang zum NP. Der Zeltaufbau gestaltet sich recht schwierig, da wir einen heftigen Sandsturm haben. Aber wir trotzen den Elementen und bringen unser gesamtes Gepäck vor dem Aufbau ins Zelt, damit es nicht mehr abhebt. Mit den Heringen und Steinen sorgen wir für Festigkeit vom Boden her und mit unserer Wäscheleine binden wir es noch am Baum fest.

Mit den tief hängenden knorrigen Äste der Kameldornbäume auf dem Campingplatz hat unsere Reisegruppe so ihre Probleme. Erst zieht sich Jerven eine blutige Wunde an der Stirn zu und danach holt sich Anke eine Beule am Kopf. Später knallt Karlheinz gegen einen Ast. Er zieht sich ein Holzstückchen aus der Kopfhaut über dem Ohr. Sönke gibt mir ein Desinfektionsspray, womit ich die blutende Wunde einsprühe. Jetzt geben aber alle etwas mehr acht.

Am Nachmittag erwandern wir den beeindruckenden Sesriem-Canyon. Nur an einer Stelle befindet sich derzeit noch etwas Wasser.

Zurück im Camp bewundern wir den herrlichen Sonnenuntergang, der die gesamte Landschaft in traumhafte Farben taucht.

Zu unserem Abendessen im Freien legt sich der starke Wind etwas, so dass wir uns alles ohne Sandpanierung schmecken lassen können.

Die Nachtruhe im Zelt wird dann wieder etwas durch den Sandsturm beeinträchtigt, da uns andauernd die Zeltwand gegen den Kopf gedrückt wird und uns der Sand auch im Zelt immer mehr bedeckt. Trotzdem freuen wir uns einfach nur auf die Dünen morgen früh.

 

8. Tag: Sossusvlei --> Swakopmund

Wir stehen um 4.45 Uhr auf, denn um 5.00 Uhr ist schon Abfahrt zu den Dünen. Von hier ist es noch eine 3/4 Stunde Fahrzeit. Noch ist es dunkel.

Beim Besteigen der Düne 45 bleibt uns nach einigen Schritten erst mal die Luft weg. Wir atmen tief durch. An die trockene Luft müssen wir uns erst mal gewöhnen. Jetzt klappt das Besteigen immer besser. Auf halber Höhe halte ich inne und bewundere (und filme) das Naturschauspiel der aufgehenden Sonne über der einmaligen Dünenlandschaft. Langsam verfärbt sich der Sand goldgelb auf der einen Seite. Es ist unbeschreiblich. Ganz oben auf dem Dünenkamm ist der Blick noch umwerfender auf die goldüberfluteten Kämme der umliegenden Dünen. Wir fühlen uns wie in einem schönen Traum.

Die Sandpanierung und die trockenen Nasenschleimhäute merken wir schon längst nicht mehr in dieser Landschaft der Superlative: es ist einfach wunderschön hier. Ich kann mich kaum satt sehen. Leider hat Karlheinz nun (wie viele unserer Gruppe) Probleme mit seiner Kamera. Durch den feinen Sand überall lässt sie sich nicht mehr abschalten. Meine Videokamera hält zum Glück tapfer durch.

Wieder unten erwartet uns direkt vor der Düne unser Feldfrühstück mit Eiern und Speck. Selbst beim Frühstück kann ich meinen Blick nicht von den Dünen abwenden. Die Faszination ist zu groß. Die höher steigende Sonne verwandelt immer wieder die Farbe des Sandes und die Licht- und Schattenverhältnisse.

Auf die Ladefläche eines relativ kleinen Allradfahrzeuges gequetscht fahren wir alle 21 in die Nähe des Dead Vlei. Zeitweise schwimmen wir regelrecht durch die Sandfurchen. Mit Buschmannerzählungen wandern wir dann zum Dead Vlei. Durch den Wind sind die Dünenkämme in ständiger Veränderung. Auf meinem Film sieht man das sehr eindrucksvoll.

Es haut einen schon aus den Socken, wenn dann das Dead Vlei in seinen bizarren Farbkontrasten vor einem auftaucht: weiß der Boden, schwarz die Baumstümpfe und gelbrot die umliegenden Sanddünen. Hier vergessen wir Zeit und Raum. Wir schlendern im Dead Vlei herum und lassen alles aus allen möglichen Perspektiven auf uns wirken. Viel zu schnell treten wir wieder den Rückweg an. Wir statten dem Sossusvlei noch einen kurzen Besuch ab und schon ist es fast Mittag.

Zurück im Camp bauen wir noch die Zelte ab, stärken uns beim Mittagessen und begeben uns auf die lange Fahrt nach Swakopmund. Bis zum Kuiseb-Canyon durchfahren wir eine abwechslungsreiche Landschaft. Danach verläuft die Piste nur noch geradeaus, rechts und links gesäumt von flachem, grauem Sand. Da kann ich dann getrost der Müdigkeit nachgeben und die Augen schließen und nochmals von den gigantischen Landschaftserlebnissen rund ums Sossusvlei träumen.

Wir machen noch einen Halt in Walvis Bay bei den Flamingo-Kolonien. In Swakopmund bekommen wir in einem Adventure-Center für den nächsten Tag alle möglichen Aktivitäten vorgestellt. Spät am Abend treffen wir in unserem "Backpackers" in Swakopmund ein, wo wir direkt noch ein warmes Abendessen serviert bekommen.

 

9. Tag: Swakopmund

Eigentlich wollte Karlheinz mit dem Heissluftballon über die Dünen schweben und ich einen "Scenic Flight" mit einer Cessna zum Sossusvlei machen. Aber nun ziehen wir es plötzlich doch vor, einen gemütlichen Tag zusammen in Swakopmund zu verbringen.

So laufen wir den ganzen Tag im Städtchen herum und bewundern die hübschen Bauten im deutschen Kolonialstil. Wir lassen einfach die ganze Atmosphäre dieses netten Ortes auf uns wirken. Mal kommt ein bisschen der blaue Himmel durch, aber meistens verhängt an diesem Tag der Küstennebel die Sonne. Dadurch haben wir frühlingshafte Temperaturen so um 22°C.

In der kleinen Fußgängerzone kaufe ich mir ein Namibia-T-Shirt mit Buschmannzeichnungen für umgerechnet 9,50 Euro. Die deutschstämmige Besitzerin des Ladens (in 4. Generation) bedruckt die T-Shirts selbst. Karlheinz kauft sich ein paar handgefertigte Schuhe aus Kuduleder (ca. 39 Euro). Im Biergarten des Swakopmunder Brauhauses treffen wir unsere beiden Iren Neill und Ronan sowie Denise. Hier herrscht Münchner Ambiente, und das nicht nur bei den Speisen und Getränken. Man spricht deutsch (wie überall in Swakopmund). Hier nehmen wir zusammen unser Mittagessen ein.

Am Nachmittag verdichtet sich der Küstennebel, so dass man am Pier und auch am Strand nicht allzu weite Sicht hat. Nach eifrigem Handeln erstehen wir auf dem Souvenirmarkt noch ein Zebra.

Im Straßencafe "Out of Africa" beim Hansa-Hotel trinken wir mit Blick auf den Leuchtturm und das Gerichtsgebäude noch einen total leckeren riesigen Cappucino mit viel Milchschaum und Schokoflocken (und das für umgerechnet nur 0,70 Euro).

Den Abend verbringen wir mit der Gruppe im "Kückis" beim Fischessen. Viele (vor allem die Jüngeren) unserer Gruppe stürzen sich danach noch ins Swakopmunder Nachtleben.

 

10. Tag: Swakopmund --> Cape Cross --> Skelettküste --> Damaraland (Palmwag)

Nun zieht es uns aber wieder hinaus in die Wildnis nach so viel Stadtbummel und Zivilisation. Wir starten bei Küstennebel zum Cape Cross. Einige unserer Gruppe sind nach nächtelangem Diskobesuch erst gegen 5.00 Uhr in die Federn gekommen und sehen nun entsprechend mitgenommen aus. Im Bus hängen diejenigen dann böse in den Seilen und schlafen mit in allen Richtungen hängenden Köpfen vor sich hin.

Der Gestank und das Gejaule am Cape Cross ist kaum zu beschreiben. Zwischen 80.000 und 100.000 Pelzrobben leben hier ständig. Wir schauen dem Treiben gebannt zu. Im Meer springen Unmengen von Robben elegant hin und her und schwimmen und tauchen. An Land bewegen sie sich eher tollpatschig. Es hört sich an hier wie eine riesige Schafherde in allen Stimmlagen. Dauernd sieht man Robbenmütter mit eben geborenen Babys, die die Nachgeburt noch hinter sich herschleifen. Darauf sind die Kormorane und andere Seevögel scharf und möchten daran picken. Auch Schakale stellen sich ein, um ein Stück der Nachgeburten zu erhaschen. Noch erschöpft versuchen die Robbenmütter das zu verhindern und auch ihre Jungen zu schützen. Ganz unbeholfen torkeln die Babys der Mutter hinterher und versuchen zu trinken.

Es ist faszinierend, einfach nur zuzuschauen. Hier ist immer was los. Bestimmt 1 1/2 Stunden verbringen wir mit der Tierbeobachtung. Und nun lichtet sich auch der Küstennebel blitzartig.

Bei nunmehr wieder blauem Himmel und erheblich höheren Temperaturen erreichen wir nach ca. 1 Stunde Fahrt den Eingang zum Skeleton NP.

Bei einem schon recht zerfallenen Schiffswrack aus den 70er Jahren machen wir unsere Mittagsrast. Unser Fahrer George nimmt ein Bad im eiskalten Atlantik. Die Skelettküste ist einfach endlos weit. Auf einer Seite ist das Meer, auf der anderen nur Sand. Bei Torra Bay wenden wir uns dann ab von der Küste und fahren Richtung Damaraland.

Die Landschaft verändert sich, wird langsam auch wieder etwas hügeliger und die Erde rosa. Hier finden wir sogar einige Welwitschias, die imposant aus dem Nichts wachsen und bis zu 2.000 Jahre alt werden können.

Je näher wir dem Damaraland kommen, um so schöner wird nun die Landschaft: gelbes Gras auf rosa Erde mit grünen Kameldornbäumen vor imposanten Bergkulissen. Das ist nun nach der endlosen Skelettküste eine richtige Wohltat fürs Auge.

Bffffffffffffffftttttttttttt macht es plötzlich auf der rechten hinteren Seite unseres Busses. Nun haben wir die von George doch schon längst befürchtete Reifenpanne. Einen der hinteren Doppelreifen hat es nun nach den langen Fahrten auf den Schotterpisten erwischt. George will den Reifen wechseln. Vashti und einige unserer Gruppe lösen den Reservereifen aus der Verankerung. Die anderen helfen George beim Öffnen der Radmuttern. Nichts tut sich, der Reifen sitzt fest. Da wir nur noch ca. 1/2 Stunde von Palmwag entfernt sind, fahren wir mit dem kaputten Reifen weiter.

Bei dieser Reifenpanne hatten wir aber auch Glück: Sie ist in einer landschaftlich reizvollen Gegend passiert und ganz malerisch taucht auch noch ein Eselsfuhrwerk auf.

Bei Sonnenuntergang bauen wir im herrlich gelegenen Camp von Palmwag unsere Zelte auf. Später nach dem Abendessen hören wir lautes Rascheln in der Nähe. Ein riesiger Elefant frisst gemütlich an einem Baum zwischen den Campingplätzen und den Lodge-Unterkünften.

 

11. Tag: Palmwag

Nach dem frühen Frühstück geht es auf Pirschfahrt im offenen Geländewagen. Schon nach wenigen Minuten auf der Hauptschotterstrasse stehen sie am Wegesrand: meine Lieblingstiere, die Giraffen, schauen uns neugierig an. Hier im Damaraland hatte ich eigentlich noch gar nicht mit Giraffen gerechnet. Über diese Begegnung am frühen Morgen bin ich richtig glücklich.

Über den Tierreichtum hier im Damaraland sind wir aber erstaunt. Wir haben ständig neue Tierbegegnungen (und auch immer wieder mal Giraffen). Dazu ist die Landschaft hier noch wunderschön: Afrika wie aus dem Bilderbuch.

Nach ca. 1 1/2 Std. Pirschfahrt steigen wir aus und laufen ein paar Schritte zu einer Schlucht, in der sich unten ein dunkelsmaragdfarbener See (im Moment allerdings ohne Tiere) befindet.

Am frühen Mittag sind wir zurück im Camp. Ich erledige meinen Küchendienst in sengender Sonne. Zum Glück macht mir die Hitze nichts aus. Hier im Damaraland haben wir jetzt Temperaturen von 35°C am Mittag. Später legen wir uns an den Pool unter die Palmen und relaxen.

So gegen 16 Uhr starten Karlheinz und ich zu einer kleinen Wanderung. Es gibt mehrere kürzere Trails hier. Wir gehen über Hügel und erleben eine solch faszinierende Landschaft mit dem weißgelben Gras und den roten Steinen unter dem blauen weiten Himmel. Es ist einfach traumhaft.

Schon oben von den Hügeln haben wir den riesigen Elefanten gesehen, der nicht allzu weit vom Camp entfernt durch ein Flussbett wandert von Baum zu Baum und genüsslich futtert. Auf unserem Rückweg kommen wir sogar ziemlich nahe bei ihm vorbei.

Es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn beim Wandern plötzlich so ein großes wildes Tier vor einem steht. Später kommt der Elefant wieder ganz nahe zum Camp, wo uns allen dann noch weitere malerische Aufnahmen mit ihm und der herrlichen Landschaft gelingen.

Diesen wunderschönen Tag beschließen wir mit Steaks, Kohl a la George und Knoblauchbaquette, alles vom Grill.

 

12. Tag: Palmwag --> Etosha

Mit dem gestern frisch aufgezogenen Ersatzreifen verlassen wir das Damaraland Richtung Outjo. In einer Bäckerei trinken wir Kaffee und essen leckeren Kuchen (Karlheinz wählt Apfelkuchen, ich ziehe Schokoladencremekuchen vor). Nach einem Ortsbummel und einigen Einkäufen fahren wir dann in den Etosha-Nationalpark.

Am Nachmittag treffen wir dort ein und machen nach dem Tor gleich mal eine Pirschfahrt. Als erstes sehen wir die Überreste eines toten Zebras am Straßenrand liegen.
Wir sehen verschiedene Antilopenarten, 1 Giraffe und kurz vor dem Camp 2 Elefanten.

Unsere Gruppe hat sich entschlossen, alle 3 Nächte im Okaukuejo-Camp zu verbringen, da wir langsam zu faul zum dauernden Zeltauf- und Abbau werden. George meint, wir sollen die Regenzelte aufbauen. In Etosha regnet es auch gerne mal.

Schon am Nachmittag sind am Okaukuejo-Wasserloch dauernd Tiere zu sehen. Scheinbar hat es hier schon länger nicht mehr geregnet, denn alles ist staubtrocken. Daher sind die Tiere auf die Wasserlöcher angewiesen.

Zufrieden darüber, seinen Durst gestillt und auch geduscht zu haben, verlässt ein großer Elefant das Wasserloch.

Die Sonne sinkt langsam tiefer und immer mehr Tiere stellen sich am Wasserloch ein. Neben Springböcken und Oryx-Antilopen zieht auch langsam eine Herde Giraffen herbei. Furchtsam gehen sie ein paar Schritte und wittern in alle Richtungen. Bis sie sich endlich zum Trinken ans Wasserloch wagen, vergeht einige Zeit. Es ist einfach schön, diese graziösen Tiere zu beobachten.

Auch eine Zebraherde will nun ihren Durst stillen. Die Giraffen ziehen so langsam ab, wie sie gekommen sind. Obwohl an der niedrigen Mauer zum Wasserloch rundherum unzählige Menschen stehen und sitzen, ist es mucksmäuschenstill. Nur die Geräusche der Tiere sind wahrzunehmen. Alle schauen nur fasziniert zum Wasserloch.

Schnell eilt eine Elefantenherde herbei. Das schreckt die trinkenden Zebras auf, die sich sofort in Fluchtrichtung begeben.

Der von den Zebras aufgewirbelte Staub vermischt sich mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages und erzeugt eine fast unwirkliche Atmosphäre an der Wasserstelle. Die Zebras rennen nun davon, und die Elefanten sind der uneingeschränkte Herrscher am Wasser.

Die Sonne versinkt und immer mehr Tiere kommen hierher, um Ihren Durst zu löschen. Aber auch wir müssen jetzt erst mal zum Abendessen.

Sofort danach beobachten wir weiterhin das Geschehen am der nunmehr beleuchteten Wasserstelle. Jetzt kommen auch viele Tiere, die man am Tag eher seltener sieht. Etliche Nashörner haben sich nun zum Trinken hier eingefunden.

Wir schauen und genießen, aber irgendwann fallen uns fast die Augen zu. Wir gehen zurück zu unserem Zelt. Auf dem Weg dahin sehen wir mehrere Schakale, die die Mülltonnen im Camp umwerfen und nach Nahrung durchwühlen. Als wir in den Schlafsack kriechen, hören wir das Gebrüll von Löwen. Einige unserer Mitreisenden, die noch nicht so müde sind wie wir, lassen sich die Löwen am Wasser nicht entgehen.

 

13. Tag: Etosha-Nationalpark

Ohne Frühstück starten wir um 6.15 Uhr zum Game Drive. Gleich beim ersten Wasserloch unterwegs treffen wir auf Löwen. Faul liegen sie einfach in der Nähe der Wasserstelle und warten darauf, dass Beutetiere vom Durst hierher getrieben werden.

Und tatsächlich stehen auf der anderen Seite große Herden verschiedener Antilopenarten und Zebras, die sich nun angesichts der Löwen einfach nicht näher trauen. Schließlich entscheiden sich die Zebras dafür, lieber durstig zu bleiben als gefressen zu werden und trotten langsam und sichtlich enttäuscht in die entgegen gesetzte Richtung.

Auf dem Rastplatz von Olifants-Bad nehmen wir dann unser Frühstück zu uns. U.a. gibt es frisch gebackene Waffeln mit Ahornsirup. Am Olifants-Wasserloch stellen sich nun auch wieder Giraffen ein.

Diese Wasserstelle wird gleichzeitig von so vielen anderen Tierarten besucht. Neben den Giraffen tummeln sich hier Zebras, Oryx-Antilopen, Springböcke, Strauße und auch eine Gruppe Elefanten. Schnell und frech kommt eine Warzenschweinfamilie mit 4 Jungen angerannt. Zielstrebig geht es zum Wasser, schnell wird getrunken und schon laufen sie wieder weg.

Auch unterwegs sehen wir sehr viele Tiere, u.a. auch ein Nashorn. Zum Mittag erreichen wir dann das Rastlager Halali. Die dortige Wasserstelle kann man schön von oben beobachten. 2 Elefanten schmusen dort in der Mittagshitze miteinander beim Trinken.

Da Karlheinz seinen heutigen Küchendienst sofort in Angriff genommen hat, kann er erst später zur Wasserstelle. Die Elefanten sind dann natürlich schon weg. Statt dessen ziehen nun bei Halali schwarze Wolken auf. Es blitzt und donnert und in der Ferne sieht man bereits den Regen.

Wir verlassen Halali und fahren wieder Richtung Okaukuejo. Hier ist das Wetter noch sonniger. Am Nachmittag schwimme ich noch ein bisschen im Swimming Pool des Camps.

Den Abend wollen wir wieder am Wasserloch verbringen. Nun ist auch hier der Regen in Sicht. Dadurch ist bei weitem nicht so ein Andrang von Tieren hier wie gestern.

Dafür erleben wir tolle Szenerien mit der untergehenden Sonne, den Wolken und dem Regen am Horizont.

Die Sonne ist noch nicht allzu lange untergegangen, da blitzt und donnert es mit voller Wucht. Ein starker Wind entwickelt sich schnell zu einem Sturm. Wir verlassen unseren Platz. Tiere sind jetzt ohnehin keine mehr da. Das Getöse wird immer größer, die Blitze zucken und der Donner kracht Furcht einflößend nah. Unsere Zelte flattern im Gewittersturm. Wir ziehen es vor uns ins Zelt zu begeben, ehe noch schlimmeres von oben kommt. Nach einiger Zeit lässt der Sturm, Blitz und Donner nach. Dafür öffnet dann der Himmel seine Schleusen. Fast die ganze Nacht regnet es ziemlich heftig. Wie gut, dass wir schon am Tag vorher die Regenzelte aufgezogen haben. Bei dem so plötzlich gekommenen Unwetter wäre das unmöglich gewesen.

 

14. Tag: Etosha-Nationalpark

Die Sonne schafft sich schon wieder etwas durch die Wolken, als wir nach dem großen Regen zum Game Drive aufbrechen. Da der Motor nicht anspringt, schieben wir den Truck rückwärts an. Überall steht das Wasser im Nationalpark, und überall sehen wir Giraffen, Zebras, Springböcke, Oryx-Antilopen und Gnus beim Trinken.

Eine ganze Weile galoppiert eine Giraffenherde mal rechts und mal links neben unserem Truck her. Das sieht so geschmeidig und dennoch so kraftvoll aus. Schön ist dabei das gesamte Muskelspiel zu beobachten.

Wir fahren weiter zum Märchenwald mit den Moringa-Bäumen, die seltsam verformt und knorrig hier in der Gegend herumstehen. Nach einer Pause auf einem Rastplatz mit riesigen Webervögelnestern an noch riesigeren Bäumen springt dann unser Truck wieder nicht mehr an. Wieder ist anschieben angesagt.

Am Nachmittag will George den Schaden beheben. Aber nicht der Regen hat der Batterie zugesetzt, sondern ein Kabel zum Anlasser ist kaputt. Er kann die Sache nicht reparieren, da er erst ein neues Kabel besorgen muss, dass es natürlich in Etosha nicht gibt.

Nachmittags relaxen wir mal wieder am Pool. Am Wasserloch ist erwartungsgemäß heute Abend kein Tier anwesend. Die haben jetzt im gesamten Gebiet genügend zu trinken. So verbringt unsere Gruppe den Abend in vertrauter Runde auf dem Zeltplatz am Lagerfeuer.

 

15. Tag: Etosha-Nationalpark --> Waterberg-Plateau-Nationalpark

Wir falten gerade unser Zelt zusammen, als ich ein kleines Tier unter der Zeltplane hervorkommen sehe. Tatsächlich, ein Skorpion hat es sich die 3 Nächte lang unter unserem Zelt gemütlich gemacht. Wir schauen uns das Tierchen näher an, während es von dannen zieht. Auch bei unseren holländischen Mitreisenden Aart und Willeke erscheint dann beim Zeltabbau ein noch etwas größeres Exemplar mit schwarzem Schwanzstachel.

Wir verlassen Etosha. Unser nächster Halt ist wieder Outjo. Dort versuchen unsere Guides das Ersatzteil für den Truck zu bekommen. Wir bummeln wieder im Ort, gehen einkaufen und bewundern die herrlich blühenden Bäume dort.

Wieder nehmen wir leckeren Kuchen und Kaffee in der uns bereits bekannten deutschen Bäckerei ein.

Auch ein herrlicher Jacaranda-Baum überbrückt die Wartezeit in Outjo. Leider haben George und Vashti den Truck trotz des langen Aufenthalts hier nicht reparieren lassen können. Sie wollen es in Otjiwarongo noch mal bei einer Werkstatt probieren.

Den Aufenthalt in Otjiwarongo nutzen wir dann eben, um die dortige Krokodilfarm zu besichtigen. Etwa 20 riesige Krokodile liegen hier herum. Die Besitzerin führt uns durch die Farm und erklärt uns alles auf deutsch. In einem konstant auf 30°C temperierten, feuchtwarmem Raum liegen Unmengen Krokodilbabys herum, die im Alter von 1 1/2 Jahren nach Südafrika verkauft werden. Dort wird deren noch weiche Haut zu Leder verarbeitet und das Fleisch zum Verzehr weiterverkauft.

Nun kann es endlich weitergehen. Der Truck ist repariert, wir müssen nicht mehr anschieben. Jetzt sind es auch nur noch 1 1/2 Stunden bis zum Waterberg-Plateau-Nationalpark.

Nach dem Zeltaufbau relaxen wir noch bis 16 Uhr vor unseren Zelten auf dem sehr schön gelegenen Campingplatz direkt am Fuße des Plateaus.

Dann erscheint unser einheimischer Wanderführer und erklärt uns erst mal eindringlich, dass es hier eine Menge Schwarzer Mambas, Puffottern und Baumschlangen gäbe, allesamt sehr giftig und gefährlich. Hierauf weisen auch schon große Schilder am Campingplatz hin.

Zuerst führt er uns zum deutschen Friedhof der Soldaten der Waterbergschlacht. Danach geht es leicht bergauf, vorbei an den Ruinen verfallener Missionsgebäude. Der Pfad wird nun immer steiler und geht irgendwann in felsiges Gelände über, das leichtes Klettern erfordert. Der Blick zum Plateau wird immer schöner. Endlich haben wir dann die letzten Felsen erklommen und stehen auf der fast senkrecht abfallenden Kante des Plateaus, das 200m hoch über der Ebene aufragt.

Wir genießen die Ausblicke in die weite Landschaft unter uns bzw. auf die schroffen Steine des Plateaus um uns herum.

Nach dem Abstieg statten wir noch dem herrlich gelegenen Pool des Camps einen Besuch ab. Einige unserer Gruppe haben das Badezeug mitgenommen und gehen noch baden vor dem Abendessen. Vom Pool ist es noch ein Fußweg von mindestens 15 Minuten bis zu unseren Zelten.

Bei unserem letzten Abendessen der Campingrundreise haben sich unsere Guides noch mal ins Zeug gelegt. Zu gegrillten Kudusteaks gibt es Pommes Frites (beim Camping!!!), Gemüse und Salate. Als Dessert wird Käsekuchen aufgetischt.

Zur Krönung des Abends kommt noch ein kleiner schwarzafrikanischer Chor (4 Männer und 3 Frauen), der uns diese einmaligen afrikanischen Lieder vorsingt, die uns in der Atmosphäre am Lagerfeuer unter dem sternenklaren Himmel in dieser lauen Nacht fast die Tränen in die Augen treiben. Gerne spenden wir diesen Männern und Frauen etwas, damit sie sich alle auch noch einheitlich anziehen können. Als nächstes wollen sie in Etosha singen.

 

16. Tag: Waterberg-Plateau-NP --> Windhoek (Safari-Ende) --> Karibib (Etusis Lodge)

Heute ist vor allem Fahren angesagt. Leider fühlen wir uns beide nicht sehr wohl. Bei Karlheinz ist eine Erkältung im Anmarsch, bei mir ist sie in der Nacht voll ausgebrochen. Meine Nase läuft endlos, ich niese in einer Tour und mein Kopf ist total zu. Sämtliche Mitreisenden waren während der Tour schon erkältet, außer uns beiden. Aber nun hat es uns doch noch erwischt am letzten Tag der Tour.

Wir machen Halt in Okahandja bei einem afrikanischen Kunsthandwerkermarkt und erhandeln eine wunderschöne Giraffe, die sehr authentisch geschnitzt wurde.

Zurück am Truck hält mir Vashti ihr Handy ans Ohr. Am Telefon ist Inge von der Etusis-Farm. Ihr Mann Gerald wollte uns heute morgen schon am Treffpunkt in Windhoek abholen. Da hat wohl einer eine falsche Ankunftszeit durchgegeben.

Gerald will uns nun in Okahandja auflesen, da er gerade von Windhoek hierher unterwegs ist mit einem weiteren Gast. So verabschieden wir uns in Windeseile von unserer Gruppe und von unseren Guides und sitzen nun mutterseelenallein mit unserem ganzen Gepäck bei einer Tankstelle irgendwo in Afrika und warten auf den Landrover der Lodge.

Eine 3/4 Stunde später steigen wir erleichtert ins Auto, das uns nun zur Etusis-Farm bringt. Hier wollen wir noch für 1 Woche relaxen, wandern, Pirschfahrten machen und das Farmleben kennen lernen.

Weitere 3 Std. später sind wir dann da. Die letzten 35 km Schotterpiste ab Karibib bis zum Haupthaus der Farm erschienen uns endlos.

Nach einem kleinen Imbiss mit von Inge selbstgebackenem Brot und Erfrischungsgetränken werden wir dann zu unserem Luxuszelt geführt. Da mir nun bald der Kopf platzt und es Karlheinz nicht viel besser geht, lassen wir uns jetzt erst mal im luftigen Zelt auf unser Bett sinken und dösen den Nachmittag vor uns hin. Umso schneller geht es uns dann vielleicht auch wieder besser.

 

Ab dem 17. Tag: Etusis Lodge (für 1 Woche)

In aller Regel haben wir uns jeden Morgen direkt nach dem frühen Aufstehen auf eine Wanderung innerhalb des riesigen Farmgeländes begeben. Dabei können wir die herrliche Landschaft mit den schroffen Steingebilden auf dem Farmgelände erleben. Noch vor 10 Uhr brennt die Sonne hier vom stahlblauen Himmel mit enormer Kraft. Um diese Zeit sind wir dann wieder zurück beim Haupthaus.

Nach einer erfrischenden Dusche lassen wir uns dann von Inge beim Frühstück auf der Terrasse verwöhnen. Es gibt das leckere selbstgebackene Brot mit Wurst, Käse, Marmelade, Eier nach Wunsch mit Speck, Müsli und Cornflakes mit Milch von den eigenen Kühen und Kaffee und Tee, soviel man will. Gekühlte Fruchtsäfte und Wasser stehen nicht nur beim Frühstück, sondern den ganzen Tag für alle Gäste bereit.

Im Zelt steht ein täglich aufgefüllter Obstkorb und gekühltes Wasser bereit. Am späteren Vormittag (und auch nach dem Mittagessen) relaxen wir meist am Pool im Schatten. Das Thermometer steigt hier zum Mittag meist auf 40°C im Schatten. Man kann aber auch mit Gerald im offenen Geländewagen mitfahren, wenn er die Wasserstellen kontrolliert, die Flugzeuglandebahn in Ordnung bringt, nach den Kühen, den Schafen oder den Zebras sieht, oder nach Karibib zum Einkaufen fährt.

Eines schönen Tages gehe ich vor dem Mittagessen zum Damen-Duschhäuschen zum Händewaschen. Mein Blick fällt in die Duschkabine, in der ich heute morgen noch geduscht hatte. Ich sehe dort einen bunt schillernden dünnen Schlauch liegen. Neugierig gehe ich zur Kabinentür... Oh, das ist ja eine Schlange.

Vorsichtig trete ich den Rückzug an. Nach dem Mittagessen gehen Gerald, 2 weitere Gäste aus Berlin, Karlheinz und ich zur Dusche. Gerald will die Schlange entfernen. Nun hat sie sich malerisch um die Klopapierrolle in der WC-Kabine gewickelt. Schon nach meiner Beschreibung hatten Inge und auch Gerald auf eine Peitschenschlange getippt. Dem ist so. Die Peitschenschlange ist zwar eine Giftschlange, kann aber wegen der Stellung ihrer Giftzähne einem erwachsenen Menschen normalerweise wenig anhaben.

Mit einem Besenstil tippt Gerald die Schlange an, damit sie Ihren Platz verlässt. Karlheinz und die beiden anderen Gäste schirmen den Weg zu den Duschen ab, damit Sie sich zum Ausgang bewegt. Draußen stehe ich und beobachte, wie die Schlange an mir vorbei ins Gelände kriecht.

Pünktlich um 12.30 Uhr wird allen Gästen ein leichtes Mittagessen serviert. Um 16 Uhr gibt es dann schon wieder Kaffee, Tee und von Inge selbstgebackenen Kuchen (täglich einen anderen).

Um 17 Uhr starten wir dann immer mit Gerald zur Pirschfahrt im offenen Geländewagen, dem Highlight des Tages. Mal hoppeln wir auf extrem unwegsamen Strecken direkt ins Gebirge, mal fahren wir über Pisten in der Ebene. Um jede Ecke gibt es andere tolle Landschaften, schroffe Felsen oder auch Wildtiere zu sehen. Es macht immer einen Riesenspaß.

Es ist wirklich unglaublich, welche unwegsamen Strecken dieser offene Gelände-Toyota bewältigt: Mal bewegen wir uns durch ein sandiges Flussbett mit Riesensteinen, mal beträgt die Steigung über Holpergelände 45°, mal geht es steil und kurvig abwärts. Manchmal sehen wir fast keinen Weg mehr vor lauter Wildnis. Aber Gerald kennt sein Riesengelände und meistert alles mit Bravour.

Und jeden Tag fährt er uns auf irgendeinen anderen Berg zum spektakulären Sonnenuntergang mit Sundowner. Da lassen wir uns immer ein Windhoek-Lager schmecken und genießen die tollen Ausblicke. Wir erleben den Sonnenuntergang jeden Abend anders.

Doch damit nicht genug, auch die Mondaufgänge sind überwältigend. Meist dauert die Fahrt zurück zur Unterkunft nach Sonnenuntergang mindestens noch mal eine Stunde. Kaum ist die Sonne weg, wird es meist auch empfindlich kühl im offenen Gefährt. Also hatten wir immer einen Rucksack mit den langen Hosenbeinen, Strümpfen, Pullover und Jacke dabei.

Um 20.30 Uhr treffen sich dann alle zum Abendessen auf der Terrasse bei Kerzenlicht. Wie eine große Familie sitzen hier alle um einen Tisch. Wir wurden zwar den ganzen Tag schon kulinarisch verwöhnt, aber das Abendessen ist immer die Krönung eines tollen Tages hier. Mal gibt es einen Scampi-Cocktail frisch aus Swakopmund, mal Kudu-Gulasch, mal Straußenfilets, mal Zebrasteaks, usw. Öfters gibt es Kürbisgemüse (immer etwas anders zubereitet), das schmeckt hier ja so lecker. Der südafrikanische Rotwein rundet alles noch ab. Ein feines Dessert gibt es auch noch jeden Abend, meist mit Inges "Magersahne" der Etusis-Kühe.

Die Abende verbringen wir in trauter Runde alle zusammen um die Feuerstelle auf der Terrasse. Wir lachen viel. Die Stimmung ist prima auf Etusis. Hier fühlt man sich so richtig wohl in dieser familiären Atmosphäre.

Die Wege zu den Zelten auf Etusis sind alle mit Kerzenlichtern beleuchtet. Das gibt eine so romantische Stimmung, die man auch noch vom Zelt aus genießen kann. Das Bett ist jede Nacht einladend seitlich aufgedeckt, verbunden mit einem "Gute-Nacht-Kärtchen" und einem Riegel Schokolade. Auf dieser Farm wird man ja so verwöhnt. Wir schlafen hier wunderbar so mitten in der Wildnis und doch so geborgen in dieser Lodge.

 

Ausflug von Etusis zur Spitzkoppe

Da es von Etusis nicht allzu weit zur Spitzkoppe ist, machen wir gemeinsam einen Ausflug dahin. Gerald fährt uns persönlich mit seinem Landrover. Mit von der Partie ist noch ein weiterer Gast, Karlheinz und ich.

Beim Abzweig zur Schotterpiste zur Spitzkoppe machen wir bei den Mineralienverkäufern einen kurzen Halt und bewundern deren Steine, die man in dieser Gegend Namibias zuhauf findet.

Zwar wirkt die Spitzkoppe nun schon recht nah, aber die Piste zieht sich noch eine ganze Weile dahin.

Bei der Spitzkoppe angekommen fahren wir zuerst zum "Bushman's Paradise". Es ist so gegen 11.30 Uhr. Die Sonne brennt ganz ordentlich vom wolkenlosen Himmel herab, aber ein kräftiger Wind sorgt für eine leichte Kühlung. An einem Seil erklimmen wir den glatten, steilen Granitfels hier und geraten dabei schon ganz schön ins Schwitzen. Auch Gerald klettert mit uns nach oben.

Oben angekommen erwarten uns riesige Felskugeln, die wie auf der Kippe liegen, aber keinen Millimeter auch nur wackeln. Gigantisch.

Unsere Mittagssiesta verbringen wir im Schatten unter dem Spitzkoppe-Arch. Gerald bugsiert eine Kühlbox mit nach oben mit belegten Broten, Obst, Schokoriegeln und erfrischenden Getränken. Wir stärken uns und relaxen kurz.

Karlheinz und ich sind so fasziniert von dieser Granit-Felsenlandschaft, dass wir die Umgegend noch gleich weiter zu Fuß erkunden. Teilweise wirkt es hier dann auch wie eine Mondlandschaft.

Später besuchen wir noch einige verblasste Buschmann-Zeichnungen und erfreuen uns noch an weiteren imposanten Gesteinsformationen, ehe wir am Nachmittag dann das Spitzkoppegebiet endgültig verlassen und die Heimfahrt zur Lodge über Usakos und Karibib antreten.

Namibia ist nicht nur ein wunderbares Reiseziel für alle Naturliebhaber, es bietet auch dem Hobbyfotografen unendliche Gestaltungsmöglichkeiten. Wir können sowohl die Camping-Safari durch Namibia bei Which Way Adventures uneingeschränkt empfehlen, vor allem für alle abenteuerlustigen Namibia-Reisenden, die statt Komfort Natur pur erleben wollen, sowie auch den anschließenden Aufenthalt auf der Etusis-Lodge, wo man mitten in der Wildnis so verwöhnt wird. Gebucht hatten wir alles über Karawane-Reisen in Ludwigsburg.

Das war's von Karlheinz & Hannelore
(E-Mail: carly-honey@gmx.de)

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