Portugal/Algarveküste, Oktober 2003

Text & Fotos: Hannelore & Karlheinz Kapfer

11.10.2003

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit landen wir mit der LTU in Faro, übernehmen unseren Leihwagen (VW-Polo) und los geht's. Zum Glück ist die Autobahn jetzt bis Lagos ausgebaut, was die Fahrt in der Dunkelheit doch erleichtert. Nach ca. 1h 20min haben wir Luz, den Ort unserer Unterkunft erreicht. Erst nach längerer Sucherei und einem Telefonat finden wir dann unsere beim Reiseveranstalter Olimar gebuchte Appartmentanlage, da die Wegbeschreibung die Einbahnstraßenregelung in Luz nicht berücksichtigt. Wir lassen uns auf der Terrasse unseres Appartements nieder. Zum 25jährigen Bestehen der Anlage "Quinta Paraiso da Mia" erhalten wir Räucherlachs mit Toast und Freixenet-Sekt zur Begrüßung. Es ist feuchtwarm und gewittrig in dieser ersten Nacht in Portugal.
 

12.10.2003

Nach dem Frühstück erkunden wir als erstes den 7000qm großen Garten mit Römerbrunnen und Swimmingpool unserer Anlage, danach den Ort Luz mit seiner Promenade, dem Strand und den verwinkelten Villengassen. Das Thermometer erreicht heute Mittag ca. 28°C. So legen wir uns auch mal ein Stündchen an den Strand.

Hier in Portugal an der Algarve hat jedes Häuschen einen kunstvollen Schornstein.

Nachmittags fahren wir mit dem Auto in den westlich benachbarten Fischerort Burgau. Hier geht alles noch recht gemächlich zu.

Im kleinen Fischerhafen stapeln sich Fangkörbe und die Tonkrüge für den Tintenfischfang.

 

Die Fischerboote werden direkt am Wasser restauriert.

Am Strand befindet sich ein gemütliches Terrassencafe mit Meerblick und leckerem Cappucino und Espresso.

Zum Abendessen gehen wir ins "Poco" in Luz. Wir lassen uns Dorade und Orangenente schmecken.
 

13.10.2003

Wir starten zur großen Wanderung von Luz zur Ponta da Piedade (ca. 19km hin und zurück). Über einen sehr steilen Pfad geht es östlich von Luz hoch zum Obelisken auf einen breiteren Weg oben auf den Felsen hoch über dem Meer.

Von hier oben haben wir nun einen schönen Blick auf Luz, den Strand und die Felsklippe. Es geht nun immer leicht bergauf und bergab mit schönen Ausblicken auf das Meer und die Steilfelsen. Bei Porto de Mos führt der Weg dann bis hinunter zum Strand. Danach erfolgt der Aufstieg auf die Klippen bei Lagos. Langsam wird das Auf und Ab zur Kletterei an steilen roten Abhängen.

Die Felsen werden nun immer zerklüfteter und rötlicher. Um jede Ecke eröffnet sich uns ein neuer gigantischer Ausblick auf das Meer und die Felsgebilde. Es ist wunderschön. Hier nisten große Kolonien von Reihern und anderen Seevögeln.

An der Ponta da Piedade entfalten sich dann die bekannten Felsformationen der Algarve in Ihrer vollen Pracht. Wir können uns kaum satt sehen und fotografieren und filmen um die Wette.

Zwischen den Felsen tuckern bunte Fischerboote umher, damit die Touristen jeden Winkel dieser tollen Küste sehen können. Wir beobachten alles von oben, wandern die Klippen entlang und bestaunen die bizarren Felsgebilde im smaragdfarbenen Wasser. Wir können uns von dieser grandiosen Kulisse kaum trennen.

Aber auf uns wartet ja noch der Rückweg nach Luz.

Die Ponta da Piedade liegt nun ca. 7 km hinter uns. Hier sind wir nun wieder auf dem bequemen Teil der Wanderung kurz vor Luz.

Direkt bei Luz gehen dann die typischen Algarvefelsen über in die bizarren dunklen Felsen der Südwestküste Portugals.

Den Abend beschließen wir im südafrikanischen Restaurant "Dolphin" in Luz mit Burenwurst und Milipap (Maisbrei) sowie Straussenschnitzel.
 

14.10.2003

Heute fahren wir ans westliche Ende des europäischen Festlandes. Zunächst besuchen wir den Baloeira-Hafen von Sagres und schauen den Fischern beim Entladen Ihrer Schiffe zu.

Bei der Fortaleza de Sagres kann man bereits in der Ferne den Leuchtturm am Cabo de Sao Vicente sehen.

Am Leuchtturm angekommen isst Karlheinz "die letzte Bratwurst vor Amerika". Bis zu 90 km weit können die Schiffe auf dem Meer das Licht des Leuchtturms erkennen.

Wir fahren nun an der Westküste nach Norden und erkunden dort die Strände mit schroffen Felsformationen, hier die Praia de Castelejo mit dem pyramidenähnlichen Felsgebilde und tosender Atlantikbrandung.

Die Praia Amado (bei Carrapateira) gefiel uns besonders gut. Vor allem die Surfer haben hier im Westen Ihr Paradies gefunden.

Hier weht immer ein kräftiger frischer Wind. Im Oktober sind die Strände (außer an windgeschützten Ecken) menschenleer und laden zu Strandspaziergängen ein.

Auf einsamen, endlosen und sehr holprigen Schotterpisten erreichen wir dann den Aussichtspunkt Torre de Aspa. Der Blick auf den Atlantik mit den Stränden der Westküste ist schon atemberaubend schön.

Auf dem Rückweg nach Luz machen wir noch Halt im ursprünglichen Fischerort Salema. Hier geht alles sehr geruhsam zu. Die Fischer haben immer Zeit für einen Plausch untereinander.

Den Abschluss unserer heutigen Tagestour machen wir wieder mit Cappuccino und Espresso auf der Strandterrasse in Burgau. Zum Abendessen gehen wir ins "Poco" in Luz zu Hähnchen-Piri-Piri und Schwertfisch vom Grill mit Knoblauchsoße, alles wieder sehr lecker.
 

15.10.2003

Unsere heutige Tour führt uns ins Hinterland der Algarve zur alten Algarvehauptstadt Silves. Zuerst besichtigen wir dort die Festung. Auf den alten Festungsmauern hat man bei einem Rundgang schöne Ausblicke auf die Stadt und das Umland.

Die recht malerische Altstadt erkunden wir anschließend per Stadtbummel.

Unterhalb der Festung schmiegen sich pastellfarbene Häuschen an den Hang. Hier beginnt dann auch unsere kleine Wanderung.

Aus der Stadt heraus geht es durch Orangenplantagen bis zu einem Wasserkanal bei einer kleinen Siedlung, unter einem Aquädukt hindurch und dann hinauf auf einen Hügel mit einer Windmühlenruine. Von hier hat man dann einen schönen Rundumblick auf Silves und die umliegende Hügellandschaft.

Wieder in Silves zurück kehren wir im Freiluftcafe am Hauptplatz ein. Umgeben von Springbrunnen und Palmen erfrischen wir uns bei Kaffee und Kuchen.

Den späten Nachmiitag verbringen wir dann nochmals in Luz am Strand. Wir können es einfach nicht lassen und gehen am Abend wieder südafrikanisch essen. Unseren "Potjiekos" mit Lamm, Rind und Gemüse schaffen wir leider nicht ganz. Die Portion im gußeisernen Töpchen ist zwar sehr gut, aber einfach viel zu groß.
 

16.10.2003

Mit unserem Polo fahren wir bis zum Praia Do Camilo. Von dort durchstreifen wir nun die gesamten Klippen bis nach Lagos. Auch gegen die Sonne fotografiert ist die Algarve-Küste hier sehr reizvoll.

Wir wandern bergauf und bergab vorbei an der Praia Dona Ana zur Praia Da Batata. Um jede Ecke ergeben sich neue bizarre Blickwinkel.

Im Ort Lagos angekommen kommen langsam mehr Wolken auf. Wir durchstreifen den hübschen Ort mit den engen Kopfsteinpflastergassen.

Hier gibt es auch eine Fußgängerzone und überall malerische Straßencafes. Zum Mittagessen kehren wir jedoch im Hafen in den "Garagen" ein. Hierbei handelt es sich um ein zweistöckiges, lang gestrecktes Gebäude mit jeder Menge offen stehenden Garagentoren. In einigen dieser Garagen stehen Tische und Bänke und man kann dort zu einem Pauschalpreis frisch gefangenen und zubereiteten Fisch oder Krustentiere essen bis zum Abwinken.

Unter der Arkade dieses Hauses wurden früher Sklaven aus Afrika verkauft. - So langsam liegen dicke Regenwolken über dem Städtchen.

Immer wieder entdeckt man etwas beim Bummel durch Lagos, so wie diese Fenster-Idylle mit Katzen.

Bei Regen verlassen wir Lagos und wandern zurück zu unserem Ausgangspunkt. Wir kehren auf der überdachten Terrasse eines Lokals oberhalb des Strandes zu Cappuccino ein und schauen dem nunmehr starken Regen zu. Über der ganzen Küste hängt ein riesiger Regenschleier.

Den Abend verbringen wir auf der Terrasse unseres Appartements mit Knoblauchbrot, Salami und Käse und einem guten portugiesischen Rotwein.
 

17.10.2003

Bei wieder schönem Wetter fahren wir heute an die Algarve-Küste Richtung Osten nach Benagil. Hier starten wir unsere Klippenwanderung. Das Meer hat hier unter den Felsen viele Höhlen gegraben. Oben auf den Klippen sind oft riesige (wegen Abbruchgefahr eingezäunte) Löcher, in die die Meereswellen rauschen.

Am westlichen Ende des Praia Marinha entdecken wir dann den Doppel-Felstorbogen.

Den Praia Marinha haben wir ab dieser Wanderung zu unserem Lieblingsstrand auserkoren.

An diesem Tag wandern wir erstmal noch weiter ostwärts. Wieder entdecken wir einen gewaltigen Felsenbogen bei der Praia Albandeira.

An den Stränden, die für Menschen nicht zugänglich sind (höchstens vom Meer aus), tummeln sich immer Scharen von Seevögeln zum Strandvergnügen.

In einem Strandterrassen-Lokal stärken wir uns mit einem Schokoladen-Crepe, ehe wir bis zur Praia Marinha zurückwandern. Hier lassen wir uns noch 1 Stündchen am Strand nieder und relaxen in dieser windstillen, sonnigen Badebucht mit vorgelagerten orange- bis ockerfarbenen Felsen. Hier ist die Algarve genau so, wie man sie sich vorstellt.
 

18.10.2003

Wir starten bei Regen mit dem Auto Richtung Westküste. Bei Aljezur ist das Wetter etwas besser, doch wir wollen in die Berge Richtung Sierra Monchique. Bald umgibt uns dichter Wolkennebel. Fast gespenstisch tauchen dauernd die bei den sommerlichen Waldbränden abgebrannten Bäume am Straßenrand auf. Die Sicht wird immer schlechter, je höher wir kommen. Der Ort Monchique ist überfüllt von Menschen und parkenden Autos, denn dort (und auf den Bergstrassen) findet gerade eine Auto-Rallye statt. Der Regen wird immer stärker und wir verlassen Monchique schnell. Auch bei den Caldas (Quellen) von Monchique regnet es. Wir schauen uns die hübschen Villen des Kurortes an. Leider können wir das heilkräftige Wasser der Quellen nicht probieren, da die Trinkhalle geschlossen ist.

Genug von dem Wetter in den Bergen fahren wir nun Richtung Süden wieder zur Algarve. Die Sicht ist hier etwas besser, aber auch hier regnet es ausgiebig. Oberhalb des Camilo-Strandes bei Lagos setzen wir uns auf die überdachte Terrasse und schauen beim Essen und Trinken über die regenverhangene Bucht mit der Hoffnung auf besseres Wetter am nächsten Tag.
 

19.10.2003

Wieder hängen überall dicke Regenwolken, nur im äußersten Westen sieht man etwas blauen Himmel. Also fahren wir in diese Richtung. Tatsächlich, hier an der westlichen Atlantikküste haben wir Sonne, während nur 5 km nach Osten alles dicht bewölkt ist.

Wir klappern zuerst die Atlantikstrände bei Aljezur ab. Beim Strandspaziergang an der Praia Arrifana entdecken wir eine kleine Schlucht, in die wir ein Stück hineinwandern.

Herrlich anzuschauen sind außerdem die Sanddünen und die Flussmündung an der Praia Amoreira.

Bei Carrapateira fahren wir dann zuerst zur Praia Bordeira. Nicht nur wir genießen hier den tollen Blick auf die Brandung.

Weit vorne sehen wir Angler auf den Klippen vor dem schäumenden Atlantik. Auf unserer Wanderung dorthin liegt plötzlich vor mir eine Schlange. Ich kann gerade noch reagieren und mein Bein wieder zurückziehen.

Ab und zu krachen die Wellen hier so hoch über die Klippen, dass die Angler nass werden.

Auch unterirdisch schäumt und brodelt es durch die Löcher im Gestein, wenn man hier herum klettert.

Wir begeben uns nun mit unserem Auto auf einen Küstenschotterweg mit tollen Ausblicken um jede Ecke. Trotz der teilweise riesigen Schlaglöcher und der Steine meistern wir das recht gut mit unserem Polo.

Die Schotterpiste endet dann an der Praia Armado. Auch von hier oben können wir wieder einen schönen Ausblick auf das tosende Meer genießen.

In unserem Strandcafe in Burgau freuen wir uns dann noch mal über unser Wetterglück an diesem Tag. Die raue und bizarre Landschaft hier im äußersten Westen fasziniert uns aber auch immer wieder.
 

20.10.2003

Heute geht es mal wieder ins Landesinnere zu einer Levada-Wanderung bei Ilha Do Rosario. Hier haben wir schöne Ausblicke auf den Fluss Ribeira de Odelouca. Auf den Feldern sehen wir auf der anderen Flussseite jede Menge Störche. Auf Ihrem Flug nach Afrika haben Sie hier wohl Rast gemacht und erheben sich nun gerade wieder in großen Schwärmen zum Weiterflug.

Am Wegesrand gibt es interessante Pflanzen und Tiere zu entdecken, so wie diese Raupe. Später liegt wieder direkt eine Schlange auf unserem Weg mit der gleichen Musterung wie gestern, aber dicker und länger (ca. 1,40 m). Karlheinz berührt sie leicht mit einem Stock, damit sie den Weg freigibt. Auf dem Wasserkanal haben wir nämlich keine Ausweichmöglichkeit und über die Schlange steigen wollen wir besser auch nicht.

An diesem Punkt der Levada sieht man über den Fluss bis nach Silves.

Am Ortsrand von Silves bewundern wir die alte Steinbrücke mit Blick auf die alte Inselhauptstadt mit der Festung.

Nachmittags fahren wir zu den Felsenhöhlen Algar Seco bei Carvoeiro und später relaxen wir dann noch an unserem Lieblingsstrand Praia Marinha.
 

21.10.2003

Über die hässliche Trabantenstadt Armacao de Pera fahren wir zum Kirchlein Santa da Rocha. Die Kirche hat einen Pyramidenturm und steht direkt auf den Algarve-Klippen.

Von dort beginnen wir heute unsere Küstenwanderung in westlicher Richtung und schauen zurück auf das malerisch gelegene Gotteshaus und den Strand gleichen Namens (Praia Santa da Rocha).

Es geht mal wieder auf und ab an dieser faszinierenden Küste. Das Wetter spielt auch mit. Dieser Felsen hat doch eine starke Ähnlichkeit mit dem Katamaran im Vordergrund.

So wandern wir über die Praia Albandeira bis zur Praia Barranquinho und anschließend wieder zurück zum Ausgangspunkt. Den Nachmittag möchten wir bei diesem tollen Wetter wieder am Praia Marinha verbringen (hier der Blick von oben auf unseren Lieblingsstrand).

Wir entdecken bei jedem Besuch dort neue wunderbare Blickwinkel. Die Praia Marinha ist nur nach Süden hin zum Meer offen, alles ist ansonsten von rötlichen bis gelben Algarvefelsen umgeben. Dadurch ist es hier angenehm warm und windstill zum Sonnen und Baden. Zumindest im Oktober ist das sehr angenehm.

Der späte Nachmittag zaubert dann eine besondere Atmosphäre auf die Felsen und das Wasser. Dies lassen wir dann wieder bei einem Spaziergang oben auf den Klippen auf uns wirken.

Mit den kleinen Fischerbooten taucht man dann ein ins goldene Meerwasser.

Diesen herrlichen Tag beschließen wir dann heute mal zur Abwechslung beim Italiener in Luz mit einem Tomaten-Shrimps-Salat und leckerer Pizza.
 

22.10.2003

Heute weht überall ein kalter Wind an der Küste. Daher wollen wir zur Abwechslung mal das bäuerliche Hinterland hinter Lagos erkunden. Zuerst besuchen wir die Windmühle in Odiaxere.

Auf kleinen Nebenstrassen erreichen wir den Stausee Barragem da Bravura, der in den Sommermonaten bei den Portugiesen als Ausflugsziel sehr beliebt ist. Bei einer Wanderung dort stört uns allerdings sehr der überall noch herumliegende Picknickmüll aus dieser Zeit. Wir fahren weiter durch die grünen Hügel nach Bensafrim und sehen unterwegs auch, was die Waldbrände des Sommers 2003 so alles zerstört haben.

In Bensafrim erleben wir dann beim Ortsbummel, wie im Algarve-Hinterland die Wäschetrockner funktionieren.

Weiter geht die Fahrt durchs Hinterland nach Barao de Sao Joao. Hier geht alles noch einen Gang gemächlicher als in den küstennäheren Orten.

Die alten Männer halten in aller Ruhe Ihre Plauschchen auf einer Bank im Ortszentrum.

Hinter dem Ort sehen wir eine ganze Menge Kuhreiher auf einem frisch gepflügten Feld picken. Bei einer nahe gelegenen Korkfarm sind die frisch geschnittenen Korkplatten der Korkeichen vor der Weiterverarbeitung ordentlich aufgeschichtet.

Beim Abendspaziergang in Luz sind durch den kalten Wind nach Sonnenuntergang die Temperaturen unter 10°C gefallen. Auch an der Algarve wird es nun langsam herbstlich kühl.
 

23.10.2003

Bei 6°C am Morgen frühstücken wir das erste Mal in diesem Urlaub nicht auf unserer Terrasse. Immerhin haben wir heute am letzten Urlaubstag noch einmal strahlend blauen Himmel. Dieses Wetter wollen wir noch einmal nutzen für eine Klippenwanderung in der Gegend nahe unserem Lieblingstrand Praia Marinha an der Algarveküste östlich von Carvoeiro.

Wir wandern vom Leuchtturm Cabo Carvoeiro los in östliche Richtung bis zur Praia do Carvalho. Schon bald klettern wir über Felsen hinab auf atemberaubenden Wegen in Höhlen über dem Meer.

Karlheinz balanciert haarscharf auf solch schmalen Felskanten immer weiter zu anderen Höhlen, rechts unter sich nur noch das Meer. Mir wird es hier wegen der teilweise auch überstehenden Felsen zu riskant und ich warte weiter oben.

Ich höre und sehe nichts mehr von Karlheinz. Hoffentlich wagt er sich nicht zu weit vor. Bei seiner Felsklippen- und Höhlentour hat er auf jeden Fall den Leuchtturm und die Klippen mal in ganz anderer Perspektive vor der Kamera.

Schier unendlich kommt mir die Zeit vor, bis mein Mann endlich wieder bei mir auftaucht. Bei der Weiterwanderung genießen wir dann weitere faszinierende Ausblicke von oben auf die wunderbare Algarve-Küste.

Und wo werden wir wohl den Nachmittag unseres letzten Urlaubstages nach unserer Wanderung verbringen? Natürlich, wo sonst: an der Praia Marinha.

Der letzte Sonnenuntergang unseres Urlaubs am Strand von Luz zeigt von Westen her eine auf uns zukommende Wolkenwand.

In der Nacht werden wir wach, weil heftige Gewitter über Luz nieder gehen. Es blitzt und donnert die ganze Nacht bei sintflutartigem Regen.
 

24.10.2003

Früh um 5 Uhr reißt uns der Wecker aus unserem unruhigen Schlaf. Leider ist der Strom komplett durch die Unwetter ausgefallen. Im Dunkeln suchen wir die Kerze und die Streichhölzer und kramen dann unsere Taschenlampen wieder aus dem Koffer. Im Dämmerlicht machen wir uns und unser Gepäck fertig für die Rückfahrt zum Flughafen. Zum Frühstück gibt es mangels elektrischer Energie ein trockenes Croissant vom Vortag und Mineralwasser.

Das Unwetter hat die Gartenerde der parkähnlichen Anlage unserer Unterkunft aus den Beeten geschwemmt direkt ans Eingangstour. Knöcheltief bleiben wir beim Transport unserer Reisetaschen zum Auto im Morast stecken, durch den wir hindurch müssen. Den Schlamm an den Schuhen spülen wir notdürftig mit etwas Wasser ab.

Auf der Fahrt zum Flughafen regnet es dann teilweise wieder so stark, dass der Scheibenwischer die Wassermassen nicht mehr packt und wir richtig den Wasserwiderstand unter den Reifen spüren. Doch schließlich haben wir es geschafft und sind am Flughafen. Hier ist es nun richtig stürmisch und weiterhin am Regnen.

So haben wir dann auch noch einen sehr turbulenten Rückflug über die gesamte iberische Halbinsel hinweg. Erst über Frankreich ist es dem Kabinenpersonal möglich, mit dem Service an Bord zu beginnen.


Eine sehr eindrucksvolle Reise liegt nun hinter uns. Die Algarve hat (trotz starker touristischer Erschließung) für uns ihre ganz besonderen Reize gehabt. Es ist eine Gegend voller faszinierender Küstenlandschaften, die man prima beim Wandern erkunden kann. Aber auch die unbekanntere Atlantik-Westküste hat uns auf andere Weise sehr gut gefallen. Abgerundet wurde alles durch ein interessantes Hinterland. Wir blicken auf einen schönen Urlaub zurück.

Flug und Unterkunft (incl. Leihwagen) haben wir gebucht bei Olimar-Reisen. Anregungen für die Wanderungen haben wir uns geholt aus dem Sunflower-Wanderführer Algarve.

Das war's von Karlheinz & Hannelore
(E-Mail: carly-honey@gmx.de)

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