Hochzeitsreise nach Südafrika

von Katrin und Carsten

Zielorte:
Dauer:
Reiseveranstalter:

Zeitraum:
Südafrika
3 1/2 Wochen
selbstorganisiert
07.10.1998 - 01.11.1998

07.10.98
Der Urlaub begann bei der Air France gleich mit Champagner und Lachs. Wir hatten an alles gedacht, Augenschutz, Ohrenstöpsel, Schlafsocken, bequeme Sachen, aber der Flug zog sich wie Gummi. Nicht einmal Carstens Schlaftabletten schlugen an.

08.10.98
Landung in Johannesburg - endlich hatten wir wieder Land unter den Füßen. In unserem Reisepaß bekamen wir gleich als Erinnerung ein Einreisevisum. Ich war ganz traurig, da ich ihn doch nach der Reise abgeben wollte. Carsten meinte, das trennen wir vorher raus (03.11.98 gesagt, getan). Die Autoübernahme klappte super, und ohne Probleme fuhr Carsten gleich im Linksverkehr nach Pretoria. Die Jacarandabäume blühten herrlich lila. Wir schauten uns etwas in der Stadt um. Nachdem wir in einer Apotheke auch unsere Malariatabletten eingekauft hatten, ging es Richtung Krügerpark. Es fing an zu regnen, das hatten wir doch schon in Deutschland zur genüge!! Völlig fassungslos waren wir über die Townships vor Witbank. Hütten aus Holz und Wellblech, zusammengenagelt, dicht an dicht. Da leben Menschen drin? Fragen, Eindrücke, welche wir zum Glück im Urlaub verarbeiten konnten und auch verstehen lernten. Unsere erste Übernachtung hatten wir für die Stadt Nelspruit vorgesehen. Die Pension „Birdsong“ machte ihrem Namen alle Ehre, lauter Vögel sangen. Erst in den folgenden Wochen ist uns klar geworden, welche Vogelvielfalt dieses Land hat. Carsten konnte es erst gar nicht glauben, im Garten wuchsen Pflanzen, die er in seiner Zweigstelle stehen hat.

09.10.98
Ich mußte morgens an die Nacht vor der Trauung denken. Man liegt im Bett, hat einen aufregenden Tag vor sich und es regnet. Erst unser Vermieter machte uns Hoffnung, er sagte: „...das Wetter wird besser und gerade wenn es nicht so heiß ist, sind die Tiere im Krügerpark viel aktiver...“. Er hatte recht. Aber erst einmal ganz von vorn: Wir wollten soviel wie möglich vom Park sehen und wählten die südliche Einfahrt Crocodile Bridge. Ganz gespannt schauten wir aus dem Auto und es war eine Giraffe, die uns als erstes begegnete. So nah, daß wir die flauschigen Hörner erahnen konnten. In aller Ruhe fraß sie die Blätter vom Baum, und wir bekamen unsere Münder nicht mehr zu. Es sollte nicht das einzige Tier bleiben - Affenfamilien, Sabie's (Antilopenart), Zebras, ein Elefant nur für uns allein, zahlreiche bunte Vögel, sogar den Raupen auf der Straße schenkten wir unsere Aufmerksamkeit. Überglücklich über den Tag landeten wir in Skukuza, der „Hauptstadt“ des Krügerparks. Wir bezogen ein Rondavel (eine kleine, runde, rietgedeckte Hütte) und gingen zum Abendbrot. Die Früchtebar gehörte mir, Carsten interessierte sich eher für den leckeren Nachtisch. Uns entging aber nicht, daß viele nach draußen eilten. WARUM? Am anderen Flußufer konnte man einen Leoparden beobachten und langsam hatten wir Hoffnung die BIG FIVE (Löwe, Büffel, Nashorn, Leopard, Elefant) wirklich sehen zu können. Ich denke ja nicht oft an Gott, aber ich konnte es mir nicht verkneifen zu sagen: „Lieber Gott, es ist hier so schön, danke das wir diesen Tag erleben durften“. Es klingt vielleicht komisch aus meinem Mund, aber es war einfach so ergreifend. Wir lernten an diesem Abend ein holländisches Ehepaar kennen. Es sollte nicht das letzte mal sein, daß wir Ihnen begegnen. - Wie ist die Welt nur manchmal klein -

10.10.98
Wir sind dem Rat von Frauke und Bruno (unseren Bekannten) gefolgt und schon vor der urlaubsüblichen Frühstückszeit in den Park raus gefahren. Punkt 5.30 Uhr standen wir am Tor. Nur wenige Minuten danach konnten wir ein Löwenpaar beobachten. Uns ließ der Gedanke nicht los, daß man sie extra für uns da hingesetzt hatte, aber dem war nicht so - wir waren in einem Wildpark. Es war Zufall und Glück auf einmal. Gerade das hat uns am Park so gefallen: die Tier zu suchen, zu entdecken, Geduld zu haben und mal eine halbe Stunde zu fahren ohne ein Tier zu sehen, auch das gehört dazu. Ja, daß die Tiere hier das Sagen haben, spürte man dann besonders, wenn man auf Toilette mußte. Einfach mal aussteigen ging nicht, da mußte man erstmal zum nächsten Camp gelangen und da lagen manchmal viele Kilometer dazwischen. Wir haben faule Flußpferde gesehen, und freche Affen testeten gleich die Belastbarkeit unseres Außenspiegels. Kurz vor Olifants (unser 2. Übernachtungsort) hatten wir ein ganz tolles Tiererlebnis. Carsten war schon ganz traurig, daß wir noch kein Nashorn gesehen hatten, da entdeckte er eines unter einem Baum im Schatten liegend. Wie für uns inszeniert (wir waren auch die einzigen weit und breit) stand es auf und ging zur Wasserstelle. Nach und nach gesellten sich noch eine Herde Zebras und eine ganze Pavianfamilie dazu. Wir trauten unseren Augen nicht, als auch noch eine Giraffe hinzukam. Einen Moment bedauerten wir keine Videokamera dabei zu haben. Dank unseres Opernglases entdeckten wir noch eine faule Hyäne im Hintergrund. Jetzt hieß es Ausdauer zu beweisen, denn irgendwann mußte sich die Giraffe ja bücken um trinken zu können. Sie tat es und wir hielten diesen schönen Augenblick auch für unsere Nachwelt fest. Uns war es also gelungen, die BIG FIVE zu sehen - Leopard, Löwe, Nashorn, Büffel, Elefant. Nicht jeder Besucher hat dieses Glück!!

11.10.98
Schweren Herzens verließen wir gegen Mittag den Park. Wieder sahen wir eine Giraffe, diesmal zum Abschied. Ehrlich gesagt, es ist auch ziemlich anstrengend für die Augen. Ständig streifen die Blicke über die Wege, Savannen, Wälder, Seitenstreifen, man möchte ja kein Tier verpassen. Ich ließ es mir nicht nehmen, zumindest im Park und auf den folgenden Straßen (wir nannten sie wegen der Weite und Geradlinigkeit Highway), meine Linksfahrkünste unter Beweis zu stellen. Unser nächstes Ziel war der größte Canyon von Südafrika, der Blyde River Canyon. Wir besuchten die einzelnen Aussichtspunkte und schon von da an hat uns die Vielseitigkeit Südafrikas gefallen. Wir fuhren durch tiefe Wälder (es hätte auch der Schwarzwald sein können), es roch nach Harz und wenig später erreichten wir unsere Pension. Wir schliefen im König-Ludwig-Zimmer. Nicht zu glauben, als Gartenpflanzen standen da Calas, Orangen- und Zitronenbäume.

Einige Kilometer weiter und wir dachten, wir wären in einer alten amerikanischen Goldgräberstadt. Aber es war Pilgrims Rest, ein ganz niedliches Örtchen mit originellen Geschäften und einem tollen Kaffee „MAMAS Küche“. Schon hier faßten wir den Entschluß einige Kilo Rooibos-Tee mit nach Hause zu nehmen. Er schmeckt nicht nur richtig gesund, sondern er ist es auch! Der Rotbuschtee (übersetzt) enthält weder Teein noch Koffein.

12.10.98
Gleich morgens nach einem schönen Frühstück im Garten machten wir uns auf den Rückweg, denn wir hatten für 17 Uhr den Flug nach Port Elizabeth gebucht. In Johannesburg angekommen hatten wir noch etwas Zeit und begaben uns ins Stadtgetümmel (von Geschwindigkeitsbegrenzung hält man hier nicht viel!). Wir besuchten den Nobel-Stadtteil Sandton nebst Kaufhaus (alles in Marmor). Wir haben die Erfahrung gemacht, daß der Cheeseburger bei McDonalds genauso wie zu Hause schmeckt.

Auf dem Flughafen wurden Carstens Englischkenntnisse ordentlich auf die Probe gestellt, denn auf Englisch und in Lautsprecherqualität herauszubekommen, warum sich unser Flug verspätet, war wirklich nicht einfach. Gegen 20 Uhr landeten wir glücklich in Port Elizabeth und bezogen unser Hotelzimmer. Mit einem Cocktail an der Bar ließen wir den Abend ausklingen.

13.10.98
Ein blauer Himmel und ein welliger Indischer Ozean begrüßten uns. Wie durch einen Zufall war das Ozeanarium in der Nähe des Hotels und wir hatten die Gelegenheit eine Delphinshow anzusehen. Nicht daß uns Port Elizabeth nicht gefallen hat, es ist eine echt schöne und gepflegte Stadt, aber uns zog es noch näher ans Meer. Wir haben eine nette Pension in Aston Bay gefundenen: „Aston Woods“ - ein Holzhaus, so wie wir es uns bauen würden mit Blick zum Meer. Wir hatten am Abend einen ganzen Strand für uns. Originell waren wir beim Walskipper essen, ein Restaurant direkt am Meer. Fischernetze dienten als Wände, Holztische, Emaillegeschirr, Öfen dienten als Wärmequelle, die Speisekarte auf Schiefertafel - einfach stark und Carsten genoß den frischen Fisch. Es sollte auch nicht das letzte mal sein, denn unsere Fahrt am Meer entlang fing ja erst an. Leider stellten sich bei mir ein paar Nebenwirkungen der Malariatabletten ein, Frösteln, Kreuzschmerzen - ein warmes Bad war da goldrichtig.

14.10.98
Heute war Carsten dran, auch er fühlte sich nicht so wohl (Durchfall, Bauchrumpeln...). Wir fuhren nur ein Stück weiter in den Tsitsikamma-Nationalpark, vorbei am Big Tree (großer Baum) und wanderten zu einer Hängebrücke. Im „The Old Village Inn“ haben wir super gewohnt, wie es sich für eine Hochzeitsreise gehört. Ganz wichtig: wir hatten richtige Betten, sonst hat man nämlich nur eine Decke mit Bettlacken umwickelt und das gab Nachts oft ein ziemliches Wirrwarr.

15.10.98
Bei so einem schönen Bett drehten wir uns morgens gleich nochmal um, als wir den Regen vernahmen. Unser Weg führte uns später weiter nach Knysna und mit unserer Ankunft dort klärte sich auch der Himmel etwas auf. Wie gerufen fanden wir einen Waschsalon und brachten ein paar Sachen dahin. Wenn man in Knysna ist, muß man auch frische Austern essen. Fast wie in Bremerhaven, eine einfache Fischerhütte, direkt am Wasser und alles ganz frisch, und auch die Einheimischen gingen hier ein und aus. In der Zauberberg-Cottage angekommen mieteten wir uns ein kleines Ferienhaus für 2 Tage. Unsere Vermieter waren Deutsche und wir nutzten das natürlich für einen regen Gedankenaustausch. Ein weiterer Grund für die Entscheidung uns hier niederzulassen war die Küche. Wir hatten richtig Lust mal was selber zu kochen. Dreimal dürft Ihr raten was es gab: Spaghetti! Unsere Vermieter hatten auch ein ganz tolles Kaminzimmer für ihre Gäste, ein Gläschen Wein und ein schönes Buch. Was will man mehr?

16.10.98
Wir frühstückten auf der Terrasse und packten dann unseren Rucksack für einen Ausflug mit dem Choo-Tjoe-Train. Ein ganz alter Zug mit Dampflok, der ganz nah an der Küste entlang fährt, wo man weder zu Fuß noch mit dem Auto hin gelangt. Es war sehr schön, man mußte natürlich viel Zeit mitbringen, aber die hatten wir ja. Ganz geduldig warteten wir Nachmittags in Plettenberg Bay auf Wale, leider vergebens. Aber wir gaben nicht auf.

17.10.98
31 °C, da gab es nur eins: Endlich mal mit dem Indischen Ozean Bekanntschaft zu machen. Es war wunderschön. Gleich danach fuhren wir zur Villa Sentosa (Ein Tip von einem Kunden und alten Südafrika-Fan). Wir fanden einen herrlichen Pool vor und haben mal so richtig gefaulenzt. Unsere Suite war eine Wucht. Eine riesen Badewanne als Whirlpool, hätte glatt unsere Hochzeitssuite sein können, wir taten auch so.

18.10.98
Hitze pur, die Luft stand. Ich denke es soll hier Frühling sein? Am liebsten wären wir gleich bis Kapstadt durchgefahren, nur um unser klimatisiertes Auto nicht verlassen zu müssen. Wir entschieden uns dann in Mossel-Bay zu bleiben und kühlten uns im Wasser ab. Carsten ritt ordentlich mit den Wellen. Ich war immer ganz froh als sein Köpfchen wieder auftauchte.

Ein Museum vermittelte uns ganz anschaulich die Entdeckung und die Geschichte um das Kap.

19.10.98
Unsere vielen Postkarten landeten im Post Tree, einem alten geschichtsträchtigen Postbaum, wo schon früher die Seefahrer ihre Post hinterlassen haben. Und wir wollten herausfinden, ob auch heute noch die Karten mit einem Sonderstempel versehen werden, lt. Reiseführer. (Na Doris u. Ralf, Korinna... Ist es noch so?). Wir sagten hunderten von Seehunden auf Seal Island „Guten Morgen“. Eine Schulklasse war mit an Bord und wir konnten uns davon überzeugen, daß schon bei den kleinen schwarzen Kindern der Rhythmus im Blut steckt. Sie sangen kräftig die Spice-Girls nach. Weg vom Meer ging es über den Robinson Paß nach Oudtshoorn. Wir trauten unseren Augen nicht, als ganze Herden von Straußen die Wiesen säumten. Irgendwie sehen die ja ulkig aus. Ein Besuch in einer Straußenfarm vermittelte uns viel Wissenswertes über die Tiere. Zur Unterstützung der Verdauung fressen sie Steine, und durch die Bewegung der Magenwände wird die Nahrung zermalmt. Ich hätte noch stundenlang am Brutkasten stehen bleiben können, da waren nämlich gerade zwei dabei sich aus dem Ei zu befreien. Stichwort Ei: will man es essen, muß man es zwei Stunden lang kochen. Es hat ungefähr die Größe von 24 Hühnereiern. Es gibt einige Gründe warum die Strauße dort gezüchtet werden. Einmal für die Lederproduktion, wegen des Fleisches und aus den Federn werden Staubwedel gemacht. Carsten wollte das mit dem Fleisch natürlich gleich genauer wissen und wir landeten bei Godfather im Restaurant (bekannt für seine Straußensteaks). Der Dessertwein aus Paarl hat es uns auch sehr angetan - kein Problem, dorthin wird uns unsere Reise noch führen.

20.10.98
Wer denkt, nach dem Krügerpark ist es mit den Tieren vorbei, der irrt sich. Wir lernten in Oudtshoorn in der Cango Wildlife Ranch viel über das Leben von Krokodilen kennen. Auf die Frage „Warum haben die ihre Mäuler offen stehen?“, bekamen wir eine interessante Antwort. Ein Krokodil braucht nur 4 Muskeln um das Maul offen zu halten, aber 24 Muskeln um es geschlossen zu halten. Und deshalb wählt es die bequemere Art. Die Krönung war, daß wir junge Geparden streicheln durften.

Ziemlich abenteuerlich waren der Prinz Albert Paß und der Swartbergpaß. Hier trafen wir nochmals das holländische Ehepaar wieder. Was für ein Zufall in so einem weiten Land!! Die Pässe hatten kaum richtige Straßen, aber Carsten hat das immer noch nicht gereicht. Er setzte mit seiner Adventure-Tour in den Höhlen der Cango Caves noch das i-Tüpfelchen auf den Abenteuertag. Kriechend, bückend, durch enge Höhlenspalten, das war nichts für mich.

Ein Tip unseres Vermieters aus “La Pension“ in Oudtshoorn führte uns nach Warmwaterberg. Eine ganz einfache Herberge, aber heißes Quellwasser bis an die Ohren und mit einem atemberaubenden Blick über die Berge.

Wir genossen es und Carstens Rücken tat es besonders gut. Er vermißte inzwischen sein großes Kuschelkissen und auch der ständige Bettenwechsel war sehr gewöhnungsbedürftig. Der Tag sollte noch lange nicht enden, wir lernten zwei nette Leute kennen und landeten im einzigen „Lokal“ weit und breit. Lokal in Anführungsstrichen, weil Rony's Sex-Shop eher eine Biker-Kneipe war. Wir hatten viel Spaß, aßen, lachten, tanzten, feierten und tranken (nicht zu wenig) zusammen mit den Einheimischen bis spät in die Nacht.

21.10.98
Wir haben gleich am Morgen die Erfahrung gemacht: heiße Quellen und Wechselbäder sind gut gegen Kopfschmerzen. Wir hatten wieder Sehnsucht nach dem Meer und zwar genauer nach der südlichsten Spitze von Afrika. Wir hatten den Eindruck das Wasser hier ist noch viel türkiser als anderswo. Wir aßen übrigens dort die besten Calamaris (Tintenfische) der Welt. In Hermanus erfüllte sich endlich unser Wunsch Wale zu sehen. Springend, abtauchend, schwimmend und pustend, wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Wir waren mindestens 2 Stunden am Meer, mit Standortwechsel. Wir beschlossen noch einen Tag länger zu bleiben. Warum?

22.10.98
Die Pension war top, leckeres Frühstück, toller Pool ...Wir bekamen nicht genug von den Walen, die Stadt gefiel uns sehr. Der Nationalpark lud förmlich noch einmal zu einer Wanderung ein. Beim Wandern noch einen tollen Ausblick auf's Meer zu haben, mit Walen versteht sich, das bekommen wir in den Alpen nun nicht geboten.

Und wir hatten zum Glück unseren Urlaub so geplant, einfach auch mal zu rasten und zu bleiben, wo es uns besonders gefällt.

23.10.98
Das Kap der Guten Hoffnung ruft und eine herrliche Küstenstraße führte uns auf die Kaphalbinsel. In der Nähe von Simon's Town nahmen wir uns eine Pension. Wir brauchten nicht lange zu überlegen, denn wir konnten vom Pool auf's Meer blicken. Ich bekam am nächsten Morgen heraus, sogar wenn man verkehrt herum im Bett liegt, konnte man das Meer sehen. Den Pinguin-Punkt muß man einfach gesehen haben. Wir sind schnell zu dem Entschluß gekommen: Zoos sind erstmal tabu für uns, denn wenn man die Pinguine hier schwimmen, laufen, leben und mit den Wellen spielen sieht, kann man die zu Hause wirklich bedauern. Nur gut, daß wir die Kamera immer dabei hatten. Dann erkämpften wir uns den schönen Ausblick vom Cape Point und vom Kap der Guten Hoffnung. Wir hatten viel Spaß mit den frechen Pavianen dort. Sie sprangen in Autos, kämpften mit Touristen um Handtaschen oder ähnliches (wir waren dank Reiseführer auf der Hut). Sie waren sogar so dreist und holten sich ein Stückchen vom Kiosktresen. Da wußte ich nicht mehr, ob das spaßig ist oder nicht, jedenfalls habe ich seit dem viel Respekt vor ihnen. Diesmal war es die Sonne, die unseren weiteren Tagesablauf bestimmt hat. Wir freuten uns auf den ersten richtigen Sonnenuntergang. Wir wollten sehen wie sie im Atlantischen Ozean versinkt, denn bisher waren immer Berge, Häuser u.a. dazwischen.

Carsten verstand es, dieses Ereignis noch schöner zu machen. Er kaufte eine Flasche Rotwein - genauer Nederburg Baronne, ein guter Tropfen, das hatte er inzwischen herausgefunde, und es wurde ein Sundowner (Sonnenuntergangsdrink) daraus. In Scarborough aßen wir super zu Abend und auf dem Heimweg leuchteten so viele Sterne, da mußten wir einfach nochmal aussteigen.

Eine Erfahrung machten wir noch: der abnehmende Mond sieht hier wie eine Obstschüssel (lt. Carsten) aus.

24.10.98
Es regnet, das kennen wir inzwischen schon. Einfach so hinnehmen. Spätestens gegen Mittag klart es bestimmt auf und so war es auch. Wir konnten den Bonsai-Garten in Hout Bay schon bei sonnigem Himmel bestaunen. Zwei davon mußten mit - richtige Originale von Südafrika. Nach unserem Besuch im Vogelpark World of Birds war es Zeit für Kapstadt und den Tafelberg. Ich hatte den Eindruck, wie ein überkochender Topf, aber Frauke belehrte uns: „Wenn die Wolken oben hängen ist das das Tischtuch vom Tafelberg“. Wir begaben uns gleich ins Großstadtgetümmel. „Waterfront“ nannte sich der große Einkaufskomplex und im Hard Rock Cafe haben wir gegessen mit super Sicht auf den Hafen. Gleich in der Nähe fanden wir den BMW-Pavillion mit den IMAX-Kino und wir sahen uns einen Film über Elefanten an. Eine Stunde atemberaubende Bilder über das Leben der Elefanten in Kenia und die Szenen ergänzten unsere Eindrücke vom Krüger Park perfekt. Es geht kein Weg dran vorbei, wir beschlossen auch die anderen Filme über „Wale“ und „Die Besteigung des Mount Everest“ noch im Laufe der Woche anzusehen. Es ist verrückt, es vergeht wirklich kein Tag, an dem man nicht etwas außergewöhnliches, noch nie dagewesenes erlebt. Spätestens hier war ich froh dieses Tagebuch geschrieben zu haben. Das eine oder andere wäre dann schon wieder vergessen.

Der Empfang bei Frauke und Bruno war sehr herzlich. Lange vorher hatte man davon gesprochen, jetzt war es Wirklichkeit (kneif mich mal!). Bei einem Tässchen Rooibos-Tee und einem typisch südafrikanischen Kuchen (mit Pudding) teilten wir erstmal unsere ganzen Eindrücke mit. Während unsere Wäsche dank Fraukes Waschmaschine im Atlantikwind trocknete, verbrachten wir einen netten Abend mit Mario, Simone, Stefan, Günter, Frauke und Bruno. Die Gespräche rundeten unsere Einblicke in das südafrikanische Leben ab. Es ist nicht alles Sonnenschein, gerade wenn man hier lebt, denn auch hier hat man seine Problemchen mit Behörden, Banken usw.

25.10.98
Wir genossen das Frühstück. Überhaupt, ich glaube es wird mal Zeit darüber zu berichten. Jede Pension hatte natürlich eine nette Art es herzurichten - aber es war im groben immer wieder Marmelade, gesalzene(!) Butter, Joghurt, Fruchtsaft, Eier - in allen Varianten -, warme Tomatenscheiben, manchmal Würstchen - typisch Englisch eben. Aber heute war es etwas ganz besonderes und viel abwechslungsreicher. Während Bruno Klavier spielte, deckten wir gemeinsam den Tisch, preßten Orangen und bereiteten die leckeren Avocados für einen Brotaufstrich vor.

Anschließend erster Versuch der Tafelberg-Besteigung. Leider war der Wind zu stark. Aber die leckeren Sachen in Brunos Rucksack haben wir trotzdem vernascht, Trockenfrüchte und Biltong (getrocknetes Fleisch vom Rind, Strauß, Springbock ...). Wir lockten ihm natürlich gleich heraus, wo es die Dinge zu kaufen gibt. Carsten faßte den Entschluß, auch bei den nächsten Wandertouren in den Alpen Trockenfrüchte mitzunehmen. Die Fahrt an den Fuß des Tafelberges hatte sich aber auch so gelohnt, denn wir bekamen einen schönen Überblick von Kapstadt.

Im Long Street Cafe beobachteten wir bei einem guten Cappuccino fasziniert den Starfotografen Helmut Newton bei der Arbeit. Ein Model wurde sehr intensiv abgelichtet. Ein Grillabend unter südafrikanischem Himmel rundete diesen Tag ab.

26.10.98
Zweiter Versuch Tafelberg. Dieses mal spielten das Wetter und auch unsere Kondition mit. Wir wählten den Aufstieg über den Botanischen Garten Kirstenbosch und oben angekommen, wurden wir mit einer super Aussicht belohnt. Unser Heimweg führte uns noch am ältesten Weingut, Groot Constantia, vorbei. Mit einem Einkaufszettel landeten wir im Pick & Pay. Es machte uns riesigen Spaß Obst einzukaufen und hier und da entdeckten wir noch so schöne leckere Sachen, die das Leben so angenehm machen, u.a. einen typisch südafrikanischen Nachtisch mit dem Namen Whisky Tart (ein Schokotörtchen in Whisky getränkt - einfach süß und lecker). Weil wir gerade bei südafrikanischem Essen sind. Am Abend gab es Potjie. Allerlei Gemüse (Zwiebeln, Kartoffeln, Kürbis, Bohnen, Möhren, Zuchini, Weiskohl...) und Gewürze kommen in einen gußeisernen Topf und werden 2 Stunden auf dem Grill gegart. Mit Reis ist das eine leckere Sache. Wie so oft in diesem Urlaub kamen wir gleich wieder ins philosophieren, daß das eine Marktlücke in Deutschland wäre. Heute ärgern wir uns, so ein Topf wäre noch in unserer Handgepäck gegangen. Naja, man braucht ja auch ein paar Gründe, um nochmal nach Südafrika zu fliegen.

27.10.98
Oft sind wir schon an Weinbergen vorbeigefahren, heute war eine Besichtigung geplant auf dem Weingut „Vergelegen“. Wir haben dort lecker gegessen und die schön angelegten Gärten (Rosen- u. Kräutergarten) luden zu einem Verdauungsspaziergang ein, bevor wir an einer Führung mit anschließender Weinprobe teilnahmen. Wieder in Kapstadt angelangt, aßen wir die besten Muffins der Welt, in einem Cafe in der Waterfront. Die waren übrigens daran Schuld, daß Carsten sich für deren Zubereitung interessierte und wir auf dem Rückflug Rezepte nebst Muffinbackformen dabei hatten.

Gestärkt schauten wir dann unseren 2. Film im IMAX-Kino, „Everest“, an. Carsten sah später eine Fischtheke und konnte nicht wiederstehen „Kingklip“ (einen heimischen Fisch) zu kaufen und bereitete ihn dann bei Frauke und Bruno zu - alle waren begeistert und ich freute mich für alle.

28.10.98
Wir hatten eine Townshiptour geplant und es waren sehr aufschlußreiche vier Stunden für uns. Es war wichtig für uns, auch diese Seite Südafrikas kennenzulernen, um die Eindrücke besser verarbeiten zu können. Die erste Stunde führte uns durch das bunte Malayenviertel und wir erfuhren die Geschichte über den „Distrikt Six“, einen Stadtteil, der einfach von der Regierung geräumt wurde, und wo heute nur Wiesen sind, weil sich keiner mehr dort niederlassen will. Dann befuhren wir mit dem Bus Wege, welche man selbst nicht fahren sollte: mitten durch die Wellblech- und Holzhütten. Dort bekamen wir einen Einblick in das Leben der Schwarzen. Am ergreifendsten war der Besuch einer Schule - besser, des Schulzimmers für alle. Die Kinder zwischen 6 und 12 sangen für uns Lieder. Es war beeindruckend welchen Rhythmus und welche Stimmen die Kleinen schon hatten. Man trägt in Südafrika noch Schulkleidung. Nur entging uns nicht, daß viele Sachen schmutzig, zu klein, zu groß oder einfach kaputt waren. Die leuchtenden Kinderaugen verrieten uns aber, daß sie sich in ihrer Welt wohl fühlen. Halt eine andere Welt, aber wenn man auch nichts anderes kennt... Was werden sie nur über uns denken? Kommen da gefahren, steigen aus und gucken ... ganz wohl war uns allen nicht, aber dem Gästebuch konnte ich entnehmen, vor uns waren schon welche da und auch nach uns werden Besucher hierher kommen. Es gehört zu deren Leben.

Wenn unsere Spenden dann auch für die Schule verwendet werden, hat es ja auch was Gutes. Eine richtige grüne und saubere Insel in den so grauen Straßen war die Teppichweberei. Frauen weben hier Wandteppiche, die über das Leben in Südafrika berichten. Wirklich tolle Sachen, wenn man überlegt, welche einfachen Materialien sie dafür verwenden. Nur Stoffreste und, ich traute meinen Augen nicht, Webränder, welche ich immer beim Nähen fortwerfe.

Wieder zurück in eine ganz andere Welt, dem Kapstädter Leben. Carsten hatte Hunger, aber einfach wurde es ihm nicht gemacht. Er bestellte Krebs und mußte sich jedes Stückchen Fleisch erarbeiten. Ein ganz normaler Nußknacker half ihm dabei. Ein Blick auf die Uhr verriet uns, jetzt oder nie. Wir schauten uns die „Wale“ an, den letzten Film im IMAX-Kino. Wie groß diese Tiere sind, konnten wir nach unseren Beobachtungen ahnen, aber der Film verdeutlichte es uns noch mehr. Wir fühlten uns noch einmal nach Hermanus zurückversetzt, wo wir sie dank unserer Engelsgeduld gesehen hatten.

28.10. - da war doch vor 2 Monaten was? Wir fanden, der richtige Anlaß auf dem Signal Hill bei einem Gläschen Sekt den Sonnenuntergang zu beobachten. Den Gedanken hatten viele, aber wir fanden noch ein schönes kuscheliges Eckchen für uns. Wir genossen den herrlichen Blick auf Robben Island, wo Nelson Mandela viele Jahre im Gefängnis saß. Als wir bei Ehligs eintrafen, roch es schon ganz südafrikanisch aus den Kochtöpfen. Es wurde gerade Milipapp ( Maisbrei) mit Burenwurst und Curry-Zwiebelsoße zubereitet. Unsere Gastgeber gaben sich wirklich viel Mühe, uns auch auf diesem Wege das Leben und die Küche hier näher zu bringen. Wir erfuhren, Maisbrei ist Hauptnahrungsmittel der Schwarzen. Uns war es sowieso ein Rätsel, wie fast alle schwarzen Frauen so dick sein können, bei den doch für uns so ärmlichen Verhältnissen. Aber der Milipapp hat es in sich und die dicken runden Popos der Mamas haben auch was Gutes. Sie tragen die Kinder auf dem Rücken und diese sitzen förmlich auf dem prallen Popo.

29.10.98
Gerade haben wir schön geduscht. Es ist 22 Uhr und wir steigen, wie so oft, in ein frisches Bettchen. Wir haben heute immerhin einen Ausflug von 300 km hinter uns. U.a. nur um an einem bestimmten Ort zu essen. Verrückt! Ja vielleicht, aber es war ein Insidertip von Frauke & Bruno und es hat sich wahrhaftig gelohnt. Schon als Carsten hörte, da könne man gut frischen Fisch essen, war es um ihn geschehen. In Muisbosskerm an der Westküste Südafrikas lag es am Strand wie ein Kral. Mir fällt gerade auf, ich habe in diesem Urlaub schon oft nach Worten gesucht, welche ein nicht ganz normales Restaurant richtig beschreiben. Denn auch dieses schlug (ähnlich wie der Walskipper) völlig aus der Art. Wir waren die ganze Zeit im Freien, direkt am Meer (ich konnte so richtig ausgiebig Muscheln sammeln), das Essen wurde auf offenen Feuerstellen gekocht, serviert auf Marmorplatten, zur Selbstbedienung - eine Art Fischbuffet. Wein und Gläser hatten wir dabei, es gab kein Besteck, sondern wir aßen mit den Fingern oder löffelten die Reispfanne mit einer Muschel. Eine Schüssel mit heißem Wasser und Zitronenscheiben standen bereit. Uns hat es an nichts gefehlt und Carsten traute seinen Ohren nicht, als ich sagte: „Mann, ist der Fisch lecker“, das will schon was bedeuten! Ein Sonnenuntergang hat diesen Abend noch romantischer gemacht, als er ohnehin schon war. Jetzt habe ich doch glatt den Tag von hinten angefangen zu erzählen. Dabei gab es ja noch ein berichtenswertes Ereignis. Wir sind nämlich seit heute zu dritt unterwegs. Die ganzen Urlaubswochen liebäugelten wir schon mit einer Giraffe aus Holz. Heute haben wir eine gekauft: „s'Hilde“, frei nach Heinz Becker (60 cm groß, 1245 Gramm schwer).

Die Giraffe hat heute viel mit uns erlebt. Unter anderem führte uns der Weg nach Lamberts Bay an Potsdam und Wuppertal vorbei. Schon sehr oft sind wir an Orten mit deutschen Namen vorbeigekommen, aber noch nicht wie an diesem Tag an großen Zitronen- und Orangenplantagen.

30.10.98
Dank unserem Reiseführer „Satour“, auf dessen Tips man sich immer verlassen konnte, fanden wir am Morgen in Clanwilliam eine Rooibos-Teefabrik. Unterwegs packten wir einen riesigen Sack Orangen (umgerechnet für DM 2,50) in den Kofferraum. Ihr wißt ja inzwischen, wegen des morgendlichen Rituals bei Ehligs. Ein paar Kilometer weiter entdeckten wir das „Versteckte Paradies“. So nannte sich wirklich die Hotelanlage inmitten von Bergen und viel Grün. Ein prüfender Griff in den Pool verriet uns - heiße Quellen - und schwupp, saßen wir schon drin.

Der erste Weinort Wellington hatte uns gleich einiges zu bieten. Besuch einer Erdbeerfarm (nicht ohne auch welche mitzunehmen) und Einkauf von Trockenfrüchten in der ortsansässigen Fabrik. In Franschhoek machten wir Station und lebten wie Gott in Frankreich. Wir wohnten in einem Weingut mit dem Namen „La Pension“ und aßen bei „Haut Cambriere“, einem urigen Restaurant, unter der Erde gebaut, mit Blick in den Weinkeller. Nach einem guten Tröpfchen Pinot Noir war klar, Katrin fährt heute nach Hause. Wir hatten riesen Spaß mit unserem neuen „Automatik-Wagen“: Ich kuppelte und Carsten hat geschaltet - rechts, wie in Deutschland! Wir machten uns noch ein Kaminfeuerchen mit Weinknorzen - von wegen der Romantik versteht sich.

31.10.98
Das heutige Frühstück war besonders wichtig, eine Art Grundlage für die Weingüter samt Weinproben. 10.15 Uhr hatten wir eine Führung im KWV in Paarl gebucht, zu meiner Freude mit einer deutschen Führung. Wir haben viele Neuigkeiten erfahren und Holzfässer mit einem Fassungsvermögen von sage und schreibe 200.000 Litern gesehen. Ich habe wirklich keine Null zu viel geschrieben. Man stelle sich vor, man trinkt jeden Tag ein Fläsch'chen und das über 750 Jahre, dann wäre das Faß erst leer! Wir hatten dort Gelegenheit edle Tropfen zu probieren (Weine, Sherry, Brandy). Munter ging es mit der Probiererei auf dem Food & Winefestival in Stellenbosch weiter. Schon im Radio wurden wir auf dieses Fest aufmerksam und dies war die willkommene Gelegenheit gleich viele Weingüter des Ortes auf einen Schlag kennenzulernen. Die einzelnen Stände waren sehr originell dekoriert und es wurden viele Leckereien angeboten.

Wieder in Richtung Kapstadt unterwegs, ließ uns der Anblick des Tafelberges nicht los - ein Tischtuch. Wie wird es wohl sein, wenn man da oben mitten in den Wolken steht? Die Frage wollten wir sofort beantwortet haben und fuhren mit der Gondel auf den Berg (Höhe 1042 Meter). Die Wolken zogen richtig schnell und waren hier oben eher grau als weiß. Wir genossen einen herrlichen Ausblick auf beide Ozeane gleichzeitig und verinnerlichten noch einmal das Bild von Kapstadt. Abends hatten wir einen Tisch in einem Malayischen Restaurant reserviert. Eine sehr interessante Küche und Carsten bekam sogar noch seinen „Crayfisch“- so eine Art Hummer. Ein Gläschen Wein bei Simone & Mario und ein Blick in die FAZ (Was macht Deutschland? Wie stehen die Aktien?) rundeten den Abend ab.

P.S.: Wir erfuhren, daß wir bei unserem Ausflug an die Westküste ein ganz besonderes und seltenes Mondbild gesehen haben, „HALO“, ein Vollmond und in einem sehr großen Abstand davon ein riesiger heller, schmaler Kreis.

01.11.98
Carsten hat mich während des Urlaubs immer gefragt: „Welchen haben wir heute?“. Ich habe immer geantwortet: „Oktober“. Damit war er zufrieden, denn Oktober hieß URLAUB. Nur heute mußte ich „November“ sagen und das bedeutete URLAUBS-ENDE. Aber bis 15 Uhr war noch viel Zeit. Frauke & Bruno hatten eine super Idee - Picknick am Strand. Wir packten viele leckere Sachen zusammen (frische Erdbeeren, frisch gebackene Scones, Avocados ...).

Es waren zwei schöne Stunden mitten in den Dünen und mit einem herrlichen Blick auf den Tafelberg. Dann hieß es Abschied nehmen, auch der Himmel weinte mit uns.

Wir freuten uns auf:

-den Eiffelturm von oben
-eine glückliche Landung in Frankfurt
-den Friseur (ich)
-auf die vielen Telefonate mit der Familie und Freunden
-unser eigenes Bett mit dem schönen großen Kopfkissen (besonders Carsten)
-Kaffee
-unsere Bilder, ob sie wohl alle was geworden sind?

Was geht einem so durch den Kopf, wenn man nochmal runterblickt? Südafrika - eine Welt in einem Land, ein Land voll faszinierender Kontraste. Wasser und Berge so dicht beieinander, unberührte Sandstrände wechseln ab mit schroffen Felsküsten, Städte wie Kapstadt, Knysna und Johannesburg, das weltberühmte Kap der Guten Hoffnung, unzählige Tierarten in freier Wildbahn und nicht zuletzt die singenden Kinder in den Townships. Wie befürchtet, zog sich der Flug wieder ganz schön in die Länge. Nach dem Motto „Man gönnt sich ja sonst nichts“ bestellten wir natürlich wieder ein Gläschen Champagner. Wir schreiben mittlerweile schon den 2. November. Von oben konnten wir uns über die Ausmaße der Regenfälle ein Bild machen. Viele Flüsse waren überflutet. Schöner war jedoch der Anblick der herrlich bunten Herbstlandschaft.

Zu Hause angekommen, zeigten wir erstmals Hilde-Giraffe unsere Wohnung. Bei einem schönen Tässchen Rooibostee hörten wir unsere afrikanische CD. Wie ich uns kenne werden wir auf dies Art und Weise noch oft diese südafrikanische Stimmung in unsere Wohnung holen und gerne an diese erlebnisreiche und schöne Hochzeitsreise zurückdenken.

- E N D E -


Mit freundlicher Genehmigung der Autoren in HTML übertragen von Mario Anthes
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