Südafrika (Gartenroute/Karoo), September/Oktober 2000

Zielorte:
Dauer:
Reiseveranstalter:

Zeitraum:
Südafrika (Gartenroute/Karoo)
2 Wochen
selbstorganisierte Tour mit eigenem PKW
23.09.2000 - 05.10.2000

Diese Tour führt uns erneut von Kapstadt aus entlang der Gartenroute und zurück durch die Große Karoo (wir können von dieser wunderbaren Route einfach nicht genug kriegen ;-).
Diesmal waren Anke und Uli, zwei gute alte Freunde, mit uns unterwegs. Da ich große Teile der Route schon in früheren Berichten ausführlich beschrieben habe, stelle ich diesmal nur eine Art Mini-Fotoalbum ins Web. Die meisten Bilder werden kurz beschrieben. Viel Spaß beim Ansehen der Fotos!


Von Kapstadt aus ging es zuerst Richtung Hermanus auf der tollen Küstenstraße R44.

Küstenstraße R44

Nach einem kleinen Umweg in Hermanus angekommen, machten wir uns sogleich auf die Suche nach der Hauptattraktion des Ortes: den Walen, die in dieser Zeit haufenweise an Südafrikas Küste kommen.

Uli auf Walsuche

Mit dem Fernglas bewaffnet wurden wir in der Walker Bay auch bald fündig. Man glaubt kaum, wie nahe die bis zu 20m langen Meeressäuger an die felsige Küste heran kommen.

Keine Nasenwale, sondern Southern Right Whales

Wir sahen ganze Gruppen dieser verspielten Walart (Southern Right Whale), die immer wieder die Flossen oder gleich das ganze Maul aus dem Wasser streckten.

Wale fast zum Anfassen nahe

Nach einer Übernachtung in Hermanus (wo gerade das alljährliche Whale Festival statt fand) fuhren wir in die Region Overberg, um über Bredasdorp zum Cape Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas, zu gelangen.

Fishermen Cottages

Im Fischerdorf Struisbaai sind noch einige alte Fishermen-Cottages in kapholländischer Bauweise erhalten. Ebenso sehenswert ist der kleine Fischerhafen mit dem türkisblauen Wasser.

Fischerhafen von Srtuisbaai

Wenige Kilometer weiter standen wir dann vor dem Wahrzeichen des Cape Agulhas: dem historischen Leuchtturm, in dem sich auch eine interessante Ausstellung über Leuchttürme aus aller Welt befindet.

Leuchtturm von Cape Agulhas

Man kann den engen Turm auf Leitern hochsteigen, allerdings sollte man dafür etwas Zeit mitbringen, da (zumindest während unseres Aufenthalts) ganze Busladungen an Touristen auf die gleiche Idee kamen.

An der allersüdlichsten Spitze Afrikas

Schließlich machten wir ein kleines Picknick an der südlichsten Landspitze des afrikanischen Kontinents.
Nicht so spektakulär wie das Kap der Guten Hoffnung, aber man sollte doch mal da gewesen sein.
Außerdem ist dies der wirkliche geographische Punkt, an dem sich Indischer Ozean und Atlantik treffen.

Hütte im Buchu Bush Camp

Auf staubigen Pisten besuchten wir als nächstes das De Hoop Nature Reserve, an der Küste östlich von Bredasdorp gelegen.
Übernachtet haben wir direkt vor dem Eingang des Naturreservats im Buchu Bush Camp (eine sehr empfehlenswerte Unterkunft!).

Eine glückliche Straußenfamilie

Schon auf unserer ersten Fahrt im De Hoop Nature Reserve sahen wir eine Menge frei lebender Tiere: Strauße, Bergzebras und Buntböcke.

Buntböcke und Strauße grasen in friedlicher Eintracht

Der Hammer war jedoch eine ausgewachsene Puffotter (gefährliche Giftschlange), die vor unserem Wagen die Piste überquerte.
Allzu sehr ließ sie sich von unserer Anwesenheit jedenfalls nicht erschrecken. Wir ließen sie in Ruhe und sie uns auch.

Eine ziemlich giftige Puffotter

Am beeindruckendsten im De Hoop Reservat sind die gewaltigen weißen Sanddünen, die sich kilometerweit an der Küste des Indischen Ozeans entlang erstrecken.

Sanddünen im De Hoop Nature Reserve

Auch Wale sahen wir vor der Küste zur genüge, aber nicht so nahe wie in Hermanus. Dafür konnten wir mehrmals das beeindruckende „Breaching“ beobachten (wenn ein Wal seinen halben Oberkörper aus dem Wasser erhebt und laut klatschend wieder ins Wasser zurück fällt). Ein unvergesslicher Anblick!

Eine traumhafte Bucht nach der anderen

Die (hin und zurück) ca. 10 km lange Wanderung von Koppie Alleen zum Bird Rock gehört zu den schönsten Küstenwanderungen, die wir jemals gemacht haben.
Sanddünen und Kalksteinklippen wechseln sich mit traumhaften Stränden ab. Und das schönste war: wir hatten alles für uns allein!

Strandwanderung

Ende September zeigten noch viele Wildblumen ihre Farbenpracht.

Frühjahrsblumen auf den Dünen

Die zahlreichen Eidechsen auf den Felsen sind bestens getarnt.

Trotz Tarnung entdeckt

Im Sommer müssen die Strände hier ein Traum zum Baden sein. Und dank des Naturreservats dürfte man hier auch wirklich seine Ruhe haben.

Menschenleerer Strand am Indischen Ozean

Hin und wieder sahen wir ein Pärchen einer der seltensten Vogelarten der Welt: den Oyster Catchern.

Eine der seltensten Vogelarten der Welt. Wirklich??

Das Marschieren durch den feinen Sand ist übrigens ganz schön anstrengend. Dafür kommt man hier als Muschelsucher (Abalonen) voll auf seine Kosten.
Mitgenommen wird aber nichts (außer Fotos)!

Und noch mehr einsamer Sandstrand

Für Ende September (Frühjahr in Südafrika) hatte die Sonne schon eine enorme Kraft. Ohne Sonnenschutz sollte man keine Wanderung am Meer entlang wagen.

Expedition ins Unbekannte

Auf dem Rückweg wollten wir eigentlich etwas landeinwärts durch die dichte Küstenfynbos-Vegetation laufen, aber da wir zunächst nicht richtigen Pfad fanden und es in den Büschen von Zecken wimmelte, nahmen wir doch wieder den Dünenpfad. Außerdem übersieht man im Gebüsch ja auch leicht giftige Schlangen...

Flußfähre mit Muskelantrieb

Am Nachmittag verließen wir das De Hoop Nature Reserve und überquerten mit Hilfe einer noch muskelkraftbetriebenen Flußfähre den Breede River bei Malgas.

Nach vielen Kilometern auf einer Schotterpiste und anschließend auf der Nationalstraße N2 wurde es schon dunkel, als wir Mossel Bay erreichten. Unser Ziel lag aber noch ein Stück weiter, denn wir hatten eine uns gut bekannte Unterkunft in Wilderness (Zade's „C“ Lodge) reserviert. Also fuhren wir auf der autobahnähnlich ausgebauten und relativ verkehrsreichen Straße am Meer entlang nach George. Eine viertel Stunde später erreichten wir nach der Fahrt durch das Flusstal des Kaimaans River endlich den kleinen Ort Wilderness, wo uns Zade in ihrem Haus herzlich begrüßte.

Sonnenaufgang in Wilderness

Am nächsten Morgen konnten wir dann endlich nach einem traumhaften Sonnenaufgang den Blick von Zade's Lodge aufs Meer genießen.

Balkon von Zade's "C" Lodge

Der Indische Ozean am kilometerlangen Strand von Wilderness weist eine enorme Brandung auf.

Wilde Brandung am Strand von Wilderness (wie der Name schon sagt)

Die reichhaltige Vegetation (durch den stärkeren durchschnittlichen Niederschlag), einsame Strände, Seen und die vielen, teilweise noch urwaldbewachsenen Flußtäler sind typisch für Wilderness und die gesamte Gartenroute.

Eisenbahnbrücke ohne Eisenbahn

Über diese schmale Brücke fährt mehrmals täglich der Outeniqua-Tjoe-Choo, eine Zug, der noch von einer richtigen Dampflokomotive gezogen wird. Er verbindet die Städte George und Knysna auf einer sehr schönen Strecke.

Im Wilderness-Nationalpark

Wie erlebt man diese schöne Landschaft am besten?
Richtig, zu Fuß auf einer Wanderung!
Also erkundeten wir den Giant Kingfisher Trail im Wilderness Nationalpark.

In der wilden Wildnis von Wilderness

Durch ein schmales Flusstal, das gelegentlich von üppig bewachsenen Lichtungen unterbrochen wird, führte uns der Pfad an gewaltigen Urwaldbäumen vorbei.

Trotz Colafarbe schmeckt der Fluss nur nach Wasser

Das Wasser im Fluss ist übrigens glasklar, sauber und trinkbar, auch wenn die fast colaartige Färbung des Flusses zunächst ungewohnt erscheinen mag. Hervorgerufen wird diese Färbung übrigens durch natürliche Farbstoffe aus Pflanzenwurzeln.
Wir hatten auch das Glück, am Flussufer einen trinkenden Knysna Lourie, einen sehr schönen Waldvogel, beobachten zu können.

Ein lustiger Lourie genehmigt sich einen Schluck

Eine kleine Abenteuereinlage gehört natürlich auch zu einem richtigen südafrikanischen Wanderweg dazu (Überquerung eines Felsenkliffs in luftiger Höhe auf einem Wasserrohr). War aber ehrlich gesagt ziemlich harmlos...

Ankes Drahtseilakt

Das Ziel unserer Wanderung war ein kleiner Wasserfall, der zwischen gewaltigen Felsbrocken in einen dunklen Pool stürzt. Ein willkommenes Plätzchen für eine Rast.

Plätscherndes Wasser am Wasserfall

Am nächsten Morgen besuchten wir kurz Knysna, ein lebendiges Städtchen an einer flachen Lagune, in der Austern gezüchtet werden. Dort hatten wir uns am Abend zuvor auch eine nicht ganz billige, aber dafür sehr leckere Seafood-Platte genehmigt (im Restaurant „Oysters“).

Lagune von Knysna (hier werden die besten Austern gezüchtet)

Sehenswert in Knysna sind vor allem auch die „Heads“, zwei felsige Hügel, die den engen Ausgang der Lagune zum Meer flankieren.
Auf dem einen befindet sich ein privates Naturschutzgebiet, der andere ist hauptsächlich mit den Häusern wohlhabender Südafrikaner bebaut. Dort gibt es auch einen tollen Aussichtspunkt.

An den Knysna Heads

Weiter ging es nach Plettenberg Bay, genauer gesagt zum Robberg Nature Reserve auf Beacon Island, einer schmalen Halbinsel, die das südliche Ende der Meeresbucht bildet.

Langer (und mal wieder einsamer) Strand von Plettenberg Bay

Von hier aus kann man gut die endlosen Sandstrände von Plettenberg Bay überblicken. Zum Baden war uns das Wasser aber noch etwas zu kühl. Daher zogen wir es vor, um die ganze Halbinsel zu wandern (wenn wir nur geahnt hätten, worauf wir uns diesmal dabei einließen...!)

Uli als alter Bergsteiger

Die Szenerie der Halbinsel ist einfach großartig! Dafür lohnten sich auch ein paar Schweißtropfen beim Hochsteigen auf die steile Nordflanke von Beacon Island.

Robbenversammlung

Wie der Name des Nature Reserves schon andeutet, sahen wir natürlich auch eine ganze Menge Robben und Seehunde. Selbst Wale und Delphine ließen sich in der Bucht blicken!

Selbst auf dem Robberg gibt es Sand

Eine große Sanddüne teilt die Halbinsel etwa in der Mitte. Aber Vorsicht! Man sollte sich auf der Nordseite nicht zu nahe an den Rand wagen, sonst besteht Absturzgefahr (und man fällt tief!).

Jetzt nur keine Höhenangst haben

Überhaupt sollte man bei dieser Wanderung nicht so sehr unter Höhenangst leiden. Der Pfad ist aber gut erkennbar und ziemlich sicher.

Anke (etwas unterhalb der Bildmitte) vor einer Riesenwelle

An der östlichen Spitze der Halbinsel („The Point“) zeigte uns das Meer eindrucksvoll, welche Kraft in den Wellen steckt. Das war vielleicht ein Donnern und Krachen, als 3 – 4 Meter hohe Wellen gegen die Felsen schlugen!

Und hier muss man lang laufen???

Der Rückweg auf der Südseite führte uns gefährlich nahe an das tosende Meer heran. Leider hatten wir nicht auf die Flut geachtet, so dass der Pfad stellenweise schon überspült war. Hohe Wellen brachten uns dabei in echte Schwierigkeiten. Zum Glück hatten wir Hilfe durch zwei israelische Touristen, die uns tatkräftig an den schwierigsten Stellen unterstützten. Außer dass wir teilweise ziemlich nass wurden, ist Gott sei Dank niemandem etwas passiert.

Und wieder mal ein einsamer Sandstrand

Diese Wanderung war jedenfalls ein unvergessliches Erlebnis. Beim nächsten Mal aber lieber wieder bei Ebbe!
Unser nächstes Übernachtungsziel, Nature's Valley, lag nur ca. 30 km weiter östlich.

Waldhütte im Urwald

In Nature's Valley wohnten wir im Nationalparkcamp De Vasselot mitten im Urwald in einfachen Holzhütten (ohne Elektrizität).
Dort machten wir noch am gleichen Abend Bekanntschaft mit grünen Meerkatzen. Einer der Affen stibitzte mir dabei doch glatt eine Banane.

Und es stimmt doch, dass Affen sich nur von Bananen ernähren

Am nächsten Morgen lockte uns schon die nächste Wanderung: der Rundweg von Nature's Valley zur Mündung des Salt River.
Anke hatte von der gestrigen Abenteuereinlage wohl noch genug und zog es dagegen vor, einen gemütlichen Vormittag am Strand zu verbringen.

Auf dem Weg zur Salt River Mündung

Zunächst führte uns der Weg an der felsigen Küste des Indischen Ozeans entlang, dann ging es ein Stück durch den Wald, bis wir die Flussmündung erreichten.

Abenteuerliche Durchquerung der Flussmündung (zumindest bei Flut)

Nachdem wir den bei Ebbe nur knöcheltiefen Salt River durchwatet hatten, stiegen wir durch den Urwald hoch auf einen Hügel zu einem der eindrucksvollsten Aussichtspunkte der gesamten Gartenroute.

Die Flussmündung aus der Vogelperspektive

Die Mündung des Salt River läßt das Herz jedes Naturliebhabes höher schlagen. Vor allem ist dieser abgeschiedene Ort nur zu Fuß zu erreichen und daher fast völlig unberührt.

Nature's Valley (ebenfalls aus der Vogelperspektive)

Auf dem Rückweg erreicht man einen zweiten phantastischen Aussichtspunkt, von dem aus man die gut in die Natur integrierte Ferienhaussiedlung von Nature's Valley und den großen Sandstrand überblicken kann.

Strand von Nature's Valley (diesmal nicht aus der Vogelperspektive)

Zum Abkühlen und Erholen legten wir uns an den Strand der flachen Lagune. Das Wasser darin war noch ziemlich kühl, aber das konnte uns nach der anstrengenden Wanderung nicht vom Schwimmen abhalten.

Baden in der Lagune (brrrr, kalt!)

Gegen Nachmittag brachen wir wieder auf und fuhren über den Bloukrans River Pass durch Urwald und eine tiefe Schlucht, bis wir kurze Zeit später wieder die Nationalstraße N2 erreichten. Zum Tsitsikamma-Nationalpark-Camp an der Mündung des Storm's River war es dann nur noch eine knappe halbe Stunde Fahrt.

Camp im Tsitsikamma-Nationalpark

Die Lage der sehr komfortabel ausgestatteten Holzhütten direkt am Meer ist einfach Spitze!
Man kann hier einfach stundenlang auf der Veranda sitzen und den meterhoch spritzenden Fontänen der Brandung zuschauen.

Hier hat das Meer noch Power

Am nächsten Morgen war ich schon zum Sonnenaufgang wach. Das Tosen des Meeres vor der aufgehenden Sonne ist schon ein Erlebnis!

Noch ein traumhafter Sonnenaufgang

Aber wir wollten ja nicht faul bleiben, sondern schnürten schon wieder unsere Wanderschuhe, um den Waterfall Trail zu laufen, der identisch ist mit der ersten Tagesetappe des sehr populären Otter Trails.

Beginn des legendären Otter-Trails

Diese Wanderung gehört ebenso ins Pflichtprogramm, wenn man den Tsitsikamma-Nationalpark besucht. Der Weg ist hin und zurück nur 6 km lang, aber er hat es stellenweise in sich, da man über zahllose Felsbrocken klettern muss.

Wandern über Stock und Stein (wohl eher letzteres)

Zum Glück spielten bei dieser Wanderung die Gezeiten keine Rolle, so dass wir vor unangenehmen Überraschungen wie auf der Robberg-Halbinsel verschont blieben.

Tolle Blüte, nicht wahr?

Auf dem Weg gab es auch eine ganze Reihe Vögel, Kleintiere und Blüten zu betrachten.

So ein Möwenleben

Am Ende gelangten wir zu einem kleinen Wasserfall, der fast direkt ins Meer stürzt. Ein schöner Ort zum Abkühlen, auch wenn er bei unserem jetzigen Besuch nur wenig Wasser hatte.

Rast am Wasserfall (wo?)

Wieder zurück im Camp statteten wir am Nachmittag noch der Hängebrücke über der Mündung des Storm's River einen Besuch ab.

Hängebrücke über der Mündung des Storm's River

Im Februar hatte ich noch an einer Canyoning-Tour (River Tubing) durch die extrem enge Schlucht des Storm's River teilgenommen. 6 Wochen später kamen bei der gleichen Unternehmung 9 Menschen ums Leben, als der Fluss plötzlich überflutete. Da läuft es einem schon kalt den Rücken runter.

Die Mörderschlucht des Storm's River

Dieser gigantische Yellowwood-Baum (Big Tree) ist ca. 800 Jahre alt. Man beachte Simone links neben dem Stamm zum Größenvergleich.

Was 'en Baum!

Wir verließen die Gartenroute und fuhren über Port Elizabeth zum Addo-Elephant-Nationalpark.

Dort bezogen wir ein tolles und sehr geräumiges Guest Cottage, das Platz für insgesamt 6 Personen bot. Von der Veranda aus konnten wir direkt das nachts beleuchtete Wasserloch des Camps beobachten.
Schon bei unserer Ankunft hatte sich dort gerade eine Elefantenherde zum Trinken versammelt.

Am Nachmittag machten wir auch unsere erste Pirschfahrt. Wie es sich gehört hatten wir auch wieder sehr nahe Begegnungen mit weiteren Elefanten. Da war wieder Nervenkitzel angesagt. Die Dickhäuter ignorierten uns aber gnädig.

Natürlich sieht man mit etwas Glück im Addo auch noch viele andere nette Tiere, wie z.B. die verspielten Meerkatzen.

Auch Mungos, Erdmännchen und Schakale sahen wir hin und wieder.

Sehr interessant fanden wir auch die schweren Landschildkröten, von denen sogar einige Exemplare innerhalb des Camps herum liefen.

Auch sehr viele Vogelarten kann man entdecken. Vom kleinen Wiedehopf bis zum großen Strauß reicht die Palette.

Für Komfort innerhalb des Camps ist auch gesorgt: Es gibt ein gutes Restaurant, einen Shop, einen gepflegten Swimmingpool. Was will man mehr?

Tierfreunde können auch das gut besuchte Wasserloch des Camps von einem bequemen Aussichtspunkt aus beobachten. Mit etwas Geduld sieht man dort manchmal mehr Tiere als auf den Pirschfahrten.

Auch die Sonnenuntergänge im Addo sind nicht von schlechten Eltern. Vor allem, wenn man sie mit einem Glas Rotwein in der Hand von der Veranda der Hütte aus genießt.

Schon um 6 Uhr am nächsten Morgen standen wir vor den Toren, um auf Frühpirsch zu fahren.

Elefanten sahen wir keine (vermutlich schliefen die alle noch...), aber dafür einige andere Frühaufsteher aus dem Tierreich.

Warzenschweine, Kudus, Zebras, Kuh-Antilopen, Schakale, Raubvögel, Elen-Antilopen, Löffelhund...
der Addo-Elephant-Nationalpark hat schon einiges zu bieten.

Am Nachmittag stürzte sich Anke ins Abenteuer und nahm an einem Ausritt mit einem Wildhüter in den Park teil. Bestimmt eine sehr spannende Angelegenheit.
Wir sahen dafür auf der Pirschfahrt unser erstes Nashorn im Addo bei Tageslicht (Büffel und Nashörner sind in diesem Nationalpark sonst eher nachtaktiv).

Wir hatten die ganze Zeit wirklich traumhaftes Wetter. Anfang Oktober ist auch noch Blütezeit in dieser Region. Besonders schön war der große blühende Korallenbaum im Camp. Mit etwas Glück konnte man auch die bunten Sunbirds beobachten, die Nektar aus den Blüten saugten.

Am letzten Tag gaben uns die Elefanten dann noch eine absolute Galavorstellung: Im Laufe des Vormittags kam eine Elefantenherde nach der anderen am Wasserloch des Camps vorbei.

Wir zählten insgesamt ca. 180 Tiere! Das ist etwa der halbe Bestand des gesamten Nationalparks!
Das war vielleicht ein Schlammbad! Besonders die Elefantenbabys hatten es uns angetan.

Unsere nächste Etappe war der Mountain Zebra Nationalpark bei Cradock am Rande der Karoo-Halbwüste

Die dürre Landschaft hier ist schon ein großer Kontrast zum dichten Addo-Busch und zur waldreichen Gartenroute.

Auf einem Hochplateau im Park sahen wir dann die ersten Bergzebras und auch viele andere Pflanzenfresser.

Neben der Tierwelt ist im Mountain Zebra Nationalpark vor allem auch die Gebirgslandschaft sehr eindrucksvoll. Bei dem klaren Wetter reichte der Blick hunderte von Kilometern in die endlos erscheinende Karoo-Halbwüste.

Die Pisten und Pässe sind zwar stellenweise etwas abenteuerlich angelegt, aber ansonsten problemlos mit einem normalen PKW zu befahren.

Dieser etwa ein Meter lange Waran lag am Rande der Piste und ließ sich von unserer Anwesenheit zunächst gar nicht beeindrucken.

Nach dem Besuch des Mountain Zebra Nationalparks fuhren wir in die östliche Karoo nach Graaff Reinet, der viertältesten Stadt in Südafrika.

Dort mieteten wir für eine Übernachtung ein typisches altes Karoo-Cottage. Ganze Straßenzüge mit renovierten historischen Gebäuden werden hier als Fremdenzimmer angeboten.

Bei einem Spaziergang durch den Ort bekamen wir einen Eindruck von der Vielzahl schöner Villen, Kirchen und gut erhaltenen viktorianischen und kapholländischen Gebäuden.

Abends gingen wir ins Restaurant des alten Drostdy-Hotels Essen. Dort fühlten wir uns wirklich in die Kolonialzeit zurück versetzt.

Am nächsten Morgen fuhren wir in das Naturschutzgebiet, das die Stadt vollständig umgibt.
Da wir Tiere in den letzten Tagen schon zur Genüge beobachtet hatten, reizte uns mehr die Landschaft des zerklüfteten Valley of Desolation.

Farbenprächtige Eidechsen wie diese saßen da und dort regungslos auf den Steinen.

Am Rande der Schlucht folgten wir einem kleinen Pfad der zu verschiedenen Aussichtspunkten führte.
Die Sicht in die Karoo war wegen Dunstbildung an diesem Morgen leider nicht so gut wie sonst

Anschließend fuhren wir eine lange Strecke auf einer schnurgeraden Straße durch die Halbwüste nach Willowmore. Dort wurde die Fahrt wieder abwechslungsreicher und führte zwischen mehreren Gebirgsketten in die landwirtschaftlich intensiver genutzte Kleine Karoo.
Bei De Rust machten wir auch einen Abstecher in die eindrucksvolle Schlucht Meiringspoort.

Am Zugang zum versteckt liegenden Meiringspoort-Wasserfall waren gerade Bauarbeiten für einen großen Rastplatz mit Busparkplätzen im Gange. Südafrika wird leider auch immer touristischer.

Nett anzuschauen sind in De Rust auch die kleinen bunten Häuschen und die farbenprächtigen Bougainvillea-Büsche, die hier in vielen Gärten gedeihen.

Nach Oudtshoorn nahmen wir nicht die Schnellstraße, sondern fuhren über eine staubige Farmpiste am Fuße der großen Swartbergkette entlang. Auf dieser wesentlich schöneren Strecke sahen wir eine Menge Straußenfarmen.

Strauße sind schon witzige Vögel. Vor allem schmecken sie sehr gut...

In Oudtshoorn wohnten wir recht preiswert im „Best Little Guest House“, dessen Besitzer uns mit guten Tipps versorgte (z.B. im sehr empfehlenswerten Restaurant Yamima Essen zu gehen).

Natürlich stand bei einem Aufenthalt in Oudtshoorn auch der Besuch der bekannten Cango-Tropfsteinhöhlen an. Damit es auch richtig Spaß machte, entschieden wir uns für die Adventure-Tour.

Die großen Tropfsteinformationen sind schon phantastisch. Problematisch ist aber die große Zahl der Besucher, denn die hohe Luftfeuchtigkeit und das Scheinwerferlicht sorgen für Algenbildung, die den Tropfsteinen schadet.

Spannend wurde es dann, als wir uns in dem engeren Teil der Höhle auf allen Vieren fortbewegen mussten.

Die schwierigste Stelle war ein knapp 4m langer Kamin mit einem Durchmesser von ca. 40cm.
Um da durch zu kommen, sollte man schon schlank sein.

Unsere nächste Etappe war der kleine Ort Montagu.
Wir nahmen den Weg durch die Kleine Karoo auf der sog. Country Route, der R62. Diese schöne Strecke führt durch gebirgige Naturschutzgebiete und dünn besiedeltes Farmland.
Eine Pause in Ronnies Sex Shop kurz vor Barrydale gehörte auch dazu. Sollte man nicht verpassen!

In Montagu liefen wir wieder den altbekannten Lover's Walk durch die kleine Schlucht des Keisie Rivers.

Auf diesem netten Spazierweg muss man nur aufpassen nicht ins Wasser zu fallen...Na ja, das Bächlein ist nicht sehr tief!

Am Ausgang der Schlucht liegt das Montagu Springs Hotel mit seinem warmen Thermalbad.
Heißes Mineralwasser wird aus dem Berg gepumpt und in die Becken geleitet. Sehr angenehm zum Entspannen.

Wir wohnten in unmittelbarer Nähe des Bades in einer der „Villas“ des Montagu Springs Resort.
Am nächsten Morgen wurden wir schon sehr früh und lautstark von den zahlreichen Wasservögeln geweckt, die im Resort herum laufen.

Über den Weinort Robertson fuhren wir nach dem Frühstück im alten Kolonialhotel Montagu Country Inn nach Worcester, wo wir den Botanischen Garten der Karoo besuchten. Witzigerweise liegt Worcester gar nicht in der Karoo-Halbwüste.

Die Farbenpracht der Wildblumen Anfang Oktober war jedenfalls absolut sehenswert.

Es gab dort viele fremdartige Pflanzen zu bestaunen.
Auch der Blick auf Worcester und das Panorama der Hex-River-Berge im Hintergrund war wirklich klasse.

Über Villiersdorp und den kurvenreichen Franschhoek-Pass fuhren wir ins Weinland bei Kapstadt.

Von der Höhe des Passes aus hatten wir einen wunderbaren Blick auf das Tal von Franschhoek.

Zum Gedenken an die Gründer des Ortes (französischen Hugenotten) wurde ein großes Denkmal errichtet.

In manchen Vorgärten sahen wir riesige Königsproteen in voller Blüte. Dabei handelt es sich um die Nationalblume von Südafrika.

Eines der schönsten Weingüter der Gegend ist zweifellos Boschendal, das wir als nächstes besuchten.

Die Lage der alten kapholländischen Weinfarm vor den Drakenstein-Bergen ist ein beliebtes Motiv für Photographen und auf vielen Postkarten zu finden.

Im alten Herrenhaus wurde ein Museum eingerichtet. Die alten Holzmöbel und Antiquitäten zeugen von dem Reichtum der damaligen Eigentümer.

Die weitläufige Gartenanlage lädt zu einem gemütlichen Picknick ein. Es gibt auch ein kleines Café und ein nobles Restaurant.

Zum Abschluss unserer Tour fuhren wir nach Paarl, um die großen Granitmonolithen, die den Weinort überragen, zu besteigen.

Nachdem wir unsere Fahrzeuge auf der Piste den Berg hoch gequält hatten, war das Erklimmen des großen Britannia-Rocks nur noch eine Kleinigkeit.
An der steilsten Stelle hat man zur Sicherheit eine Kette befestigt.

Der Ausblick auf die Weinanbaugebiete und die Gebirgsketten reicht weit. Sogar der Tafelberg von Kapstadt ist aus der Ferne gut zu erkennen.

Und da es der Wind nicht geschafft hat uns vom Gipfel zu blasen, gelangten wir eine Stunde später wieder wohlbehalten nach Kapstadt.
Eine traumhaft schöne Tour ging damit zu

- E N D E -



Mario Anthes
E-Mail: anthes@iafrica.com

Wer unsere Reiseroute auf einer Landkarte eingezeichnet sehen möchte, sollte hier klicken!

Zurück zu den Reiseberichten